Jagdpächter Adam Winter informiert beim Waldtag

Wildschweine werden zur Landplage

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Viele präparierte Waldtiere hatte Jagdpächter Adam Winter mit ans „Braaret-Bernsche“ gebracht. Was in seiner Sammlung fehlte, war ein ausgestopftes Wildschwein als Beispiel für die schlimmsten Plagegeister im Wald.

Ober-Roden - Wildschweine werden immer schlauer und damit zur Landplage. Im Breidert machen sie sogar Hundebesitzern Angst. Beim Waldtag im Breidert berichtete Jagdpächter Adam Winter vom Kummer, den die Schwarzkittel nicht nur Jägern bereiten.

Der fünfte Waldtag, zu dem die Initiative „Wir sind Breidert“ wieder ans „Braaret- Bernsche“ eingeladen hatte, brachte sogar für die weitgehend waldtag-erfahrenen Besucher viel Neues. Jagdpächter Adam Winter war diesmal mit einigen seiner präparierten Waldtiere zu Gast. Der Jäger sollte vor allem einmal über die Arbeit hinter den bekannten Bereichen berichten - von „Jägers Lust und Frust“ also, wie es Karlheinz Weber bei der Begrüßung formulierte. Adam Winters Tierwelt besteht aus Niederwild wie etwa Rehen, vor allem aber aus Schwarzwild wie den Wildschweinen, die rund um Rödermark überproportional zugenommen haben. Wer im Sommer den Sportplatz des FC Viktoria Urberach gesehen hat, weiß, welche Schäden sie anrichten. Zudem trauen sich gerade am Breidert-Rand viele Hundehalter nach Einbruch der Dunkelheit schon kaum mehr ins freie Gelände.

Da hilft zur „Senkung der Population nur der Abschuss“, wie Adam Winter waidmännisch-korrekt zu bedenken gibt, da es sich um durchziehende Tiere handelt, die Wald und Felder durchwühlen. „Im vergangenen Jahr haben wir im Jagdgebiet Ober-Roden etwa 40 Wildschweine erlegt, diesmal sind es bis jetzt Anfang 30“, berichtet Winter. Die Wildschweine lernen Vorsichtsmaßnahmen dazu und werden dadurch immer schwerer erlegbar. „Wir Jäger geben uns die größte Mühe, Wildschäden so klein wie möglich zu halten, aber es gelingt uns nicht immer“, bat Winter um Nachsicht.

Die Zahl der „bejagten“ Rehe wird jährlich neu festgelegt. So stark wie möglich verfolgt werden dagegen die Füchse, um die seit fast zehn Jahren hier ausgemerzte Tollwut nicht neu aufkommen zu lassen. Geschützt sind Wölfe, von denen angeblich im Frühjahr einer in Münster gesehen wurde. „Hasen, Rebhühner und Fasanen sind durch die Überpopulation von Hunden so gut wie ausgeschaltet. Haben Sie bitte Verständnis dafür, wenn ein Jäger oder Förster Sie bittet, ihren Hund an die Leine zu nehmen, um die total am Boden liegenden Bestände wieder aufzubessern“, nimmt der Jagdpächter Hundebesitzer in die Pflicht.

Wildschwein-Unfall auf der A67: Bilder

Adam Winter schilderte auch die Arbeit, die Jagdpächter nach Wildunfällen gerade an viel befahrenen Straßen haben, wo sie verletzte Tiere mit einem Gnadenschuss töten und den Kadaver beseitigen müssen. Er erwähnte aber auf Rückfragen auch, dass es beim Jäger frisches Wildfleisch zu kaufen gibt, und das nicht nur vor den Weihnachtstagen. Und natürlich nicht nach Unfällen. Zuvor hatten NABU-Vorsitzender Dr. Rüdiger Werner und Gerd Gries von der Initiative „Wir sind Breidert“ die jährliche Nistkastenreinigung vorgenommen und hocherfreut festgestellt, dass bis auf zwei Ausnahmen alle rund ums „Braaret-Bernsche“ aufgehängten Kästen „bewohnt“ gewesen waren. Sie fanden aber auch verlassene Nester und manchmal auch hinterlassene Gelege mit angebrüteten Eiern. Das nasse Frühjahr hat vielen Vogeleltern den Nachwuchs genommen, bevor er überhaupt schlüpfte.

Anhand der Eier und des Nestbaus konnte Rüdiger Werner auf die Bewohner der vor rund fünf Jahren aufgehängten 16 Nistkästen schließen: überwiegend Trauerschnäpper, dazu Kohl- und Blaumeisen. „Es war ein tolles Jahr für uns: Denn fast alles, was wir angeboten haben, ist angenommen worden“, war er trotz der witterungsbedingten Verluste zufrieden. (chz)

Quelle: op-online.de

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