Fest des Musikvereins 06 Urberach

Fußball bringt das Zelt zum Kochen

+
Festzelt und Bier gehören wohl zusammen wie Fußball und Bier.

Urberach - Der beachtliche Geburtstag 110 Jahre Musikverein 06 Urberach beschert den Rödermärkern bis einschließlich heutigen Montag das erste von zwei sehr selten gewordenen großen Zeltfesten mit deren ganz unnachahmlicher Stimmung.

Das Team um den Vereinsvorsitzenden Dieter Steuer hatte seit vielen Monaten daran gearbeitet; ein dickes buntes Festbuch zeugt von der geselligen Tradition des Vereins. Der MV 06 hat nicht gekleckert – er hat gleich richtige Arbeit geleistet und einen kleinen Vergnügungspark zum Riesenzelt dazu aufbauen lassen, der sich in den ersten beiden Tagen bestimmt noch mehr vor allem junge Besucher gewünscht hätte.

Der an Gästen und an knisternder Spannung und allerbester Stimmung kaum zu überbietende Samstagabend tröstete die Vereinsmitglieder und vor allem den Festausschuss ausreichend über den recht ruhigen Freitag hinweg. „Es war doch gut, dass wir noch spontan nach dem Achtelfinale zum Public Viewing eingeladen haben“, war die einhellige Meinung, denn sonst hätten die Musiker und ihre Helfer wohl so manche Wurst und recht viel vom Festpräsidenten Roland Kern angestochenes Fassbier allein aufessen und –trinken müssen.

Der Samstag, der mit dem Frankfurter Puppentheater eher beschaulich-ruhig und ein bisschen altmodisch begann, ließ schon im Laufe des Nachmittags an der Kleidung der Gäste erkennen: die bleiben alle zum deutsch-italienischen Fußballknaller. Die Lokalmatadoren der „Partycräääckers“ mit fünf Orchestermitgliedern in ihren Reihen waren der rechte Auftakt, um mit lauten Schlagern und Oldies auch das größte Zelt akustisch zu füllen.

Die Band um Van Baker toppte das noch mit erinnerungsträchtigen Reißern wie „An Tagen wie diesem“ oder „Atemlos“. Die Techniker hatten wie auch die Küchen- und Zapfhahn-Crew alle Hände voll zu tun – die einen mehr vor dem abendlichen Höhepunkt, der Übertragung auf die riesige Großleinwand, die anderen mehr ab diesem Zeitpunkt und vor allem nach dem auch noch verlängerten Spiel.

Bilder: Musikverein 06 Urberach feiert Geburtstag

Damit konnte dann auch der Festausschuss zufrieden sein, der zwar freitags Eintritt erhoben hatte, sich aber samstags nur über den Umsatz finanzierte. Als Helfer waren viele befreundete Vereine und Gruppen für die Dienste eingesprungen. Ein starker Sicherheitsdienst hatte alles vor dem Zelt und innen drin im Auge und sicher notfalls auch im Griff. Aber es war ganz einfach Feierlaune angesagt zwischen schwarz-rot-goldenen Blumenketten, Trikots und Hüten. Schon bei der Nationalhymne standen alle, teilweise durchaus auch auf den Bänken und teilweise auch mit der Hand auf dem Herzen. Lautes Gegröle beim ersten nicht gegebenen Schweinsteiger-Tor – in einem Festzelt – dicht an dicht – ist die deutsche Seele doch noch etwas deutscher.

Die Verlängerung samt 16 Elfmetern kam dem Umsatz des Vereins durchaus zugute, ehe Van Baker noch einmal mit Partyhits diese Superlaune aufrecht erhielt. Doch dem längsten Freudentaumel über einen endlich gelungenen Sieg über Italien folgte irgendwann die Nachtruhe – den Nachbarn und vor allem auch dem sonntäglichen Festzelt-Gottesdienst zuliebe. Wer dann noch im Zelt gleich seine Mittagsbraten verzehrt hatte, konnte sich zudem am Festumzug satt sehen, ehe die Rödermärker Musikvereine und abschließend das hessische Landespolizeiorchester aufspielten. (chz)

Quelle: op-online.de

Kommentare