Ganz Rödermark am Feiertag auf Achse

Zierliche Tanne krönt Maibaum

Rödermark -   Maifeiertag – einst Tag der Arbeit und der Arbeiterbewegung, seit 1945 nach vorherigen Verboten wieder zum Staatsfeiertag erklärt, in diesem Jahr leider ein Sonntag. Den meisten Menschen ist er heute einfach ein guter Grund gemeinsam zu feiern, und das meist im Grünen.

1. Mai – ein Tag, der besonders mit Brauchtum und Anekdoten behaftet ist. Maigeld etwa gab’s früher von den Firmen für ihre Mitarbeiter. Es wird vereinzelt (wie etwa bei der Waldackerer Familie Engelmann) heute noch von Eltern an Kinder und Kindeskinder ausgezahlt: fünf Euro Maigeld zum Verprassen. Bekannter ist heute noch der Maibaum. Zum Beispiel die elegante Variante mit Zunftzeichen wie etwa in Dudenhofen. Oder der mit Muskelkraft in die Höhe gestemmte Baun mit Kranz, wie ihn seit 48 Jahren in Waldacker der Club der Hundefreunde (chw) unter dem Beifall der Zuschauer aufstellt.

„Die Untere Naturschutzbehörde hat frische Bäume zu dieser Zeit wegen der Vorschriften zur Brut- und Setzzeit leider unmöglich gemacht. Die letzten zwei Jahre hatten wir Bäume aus privaten Beständen. Diesmal hat die Nachlassgemeinschaft von Oswald Seibert einen Stahl-Stamm mit einer Stahlspitze finanziert, auf den nun immer nur ein kleines Tannenbäumchen aufgesetzt und ein Kranz befestigt werden muss“, erläuterte die Organisatorin dieser Aktion, Schlossermeisterin Marlis von Kessler.

Zwölf Meter hoch, 150 Kilogramm schwer: Schon ohne den natürlichen Schmuck ist der neue „Heavy-Metal-Baum“ nicht leicht zu händeln. Das brachte die zahlreichen Helfer auf dem chw-Gelände ganz schön ins Schwitzen. Doch sie wurden danach gut versorgt, gab’s doch neben der Bierinsel auch leckeres Gegrilltes, viele Erdbeerkuchen und manches mehr. Fahrradfahrer kamen diesmal eher weniger. „Der Wind zwischen Ober-Roden und Waldacker hat uns ganz schön zu schaffen gemacht“, stöhnten einige – vor allem weibliche – Radler, die sich übers freie Feld gekämpft hatten.

Doch auch die Maiausflüge sind Tradition, möglichst mit einem von Birkenzweigen geschmückten Handkarren oder Planwagen. So kam man auch zu den anderen Rödermärker Stationen an diesem 1. Mai: dem nahe gelegenen Angelsportverein Ober-Roden etwa, der nicht nur mit Räucherforelle, Würstchen und Steaks aufwartete, sondern auch mit Livemusik von „Harry“ und vor allem mit einer nagelneuen langen Theke. Sie war seit dem Karfreitags-Backfisch in Eigenarbeit entstanden.

Bilder: Maibaum in Dudenhofen

Wer gerne den Fisch-Vergleichstest wagte, der konnte auch zur Maiforelle auf die Bulau in Urberach weiterfahren. Dort versorgte der FC Viktoria mit rund 60 Helfern die zahllosen Gäste, die das unerwartet gute Wetter genossen und dazu mit dem Rad oder zu Fuß kamen oder im Viktoria-Shuttle-Service-Bus Platz nahmen, um sich sicher hin- und herfahren zu lassen. Die B-Jugend des Vereins hatte mit einer problemlosen Nachtwache das Gelände „gehütet“, wie überhaupt der enge Zusammenhalt von Jung bis Alt den Verein prägt. Die Rentner hatten beim Aufbau geholfen. Das Kuchenbüfett war wieder mal das Höchste in ganz Rödermark. Was sogar wörtlich stimmte, wenn man an die geografische Lage der Erhebung Bulau denkt. Von dort wieder herunter, bot sich der Weg zur TG Ober-Roden an. Zum zweiten Mal feierte sie den Mai nicht im Schillerwäldchen, sondern wettersicherer im eigenen Garten des Vereinsheims. Sie bot als einziger Veranstalter Frühstück an – und hatte auch für die Zufriedenheit der Jüngsten mit einer Spielecke gesorgt.

Wer dann immer noch Lust auf frische Luft und Platz im Magen für leckeres Essen hatte, der konnte seine Runde beim FC Germania abschließen. Dort war die Eröffnung des Biergartens, der sich nun wieder den Sommer lang über Gäste freut.

chz

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: Pelka

Kommentare