Zwischen Rödermark und Rodgau

Müllhalde am Rand der B45

+
Die Müllberge an der B 45 zwischen Ober- und Nieder-Roden sind ein Dauerärgernis. Am Dienstagmorgen sah’s dort besonders schlimm aus. Nach einem Hinweis unserer Zeitung ließ die Verkehrsbehörde Hessen Mobil aufräumen. Doch gestern Mittag lagen schon wieder die ersten Drecksäcke auf dem Parkplatz.

Rödermark - Auf dem Parkplatz zwischen Rödermark und Rodgau landet immer wieder Dreck in Massen. Diesmal sind sogar Scheidungsunterlagen dabei. Aufräumen kostet die Steuerzahler viel Geld. Von Michael Löw 

Riesensauerei - anders kann man das nicht sagen - am Rand der B 45. Etliche Kubikmeter Müll verschandeln den Parkplatz zwischen den Ausfahrten Ober-Roden/Eppertshausen und Industriegebiet Nieder-Roden. Dass die große Mülltonne dort in unschöner Regelmäßigkeit überquillt, ist für Autofahrer ein gewohnter Anblick. Die jüngste Entsorgungsaktion unbekannter Schmutzfinken sucht aber ihresgleichen. Eine lange, aber trotzdem unvollständige Liste gefällig? Bitte sehr: Kloschüssel samt Sitz, Kinderjacken, drei Kanister Motoröl, ein Reifen, ein Lattenrost, Ytongsteine, säckeweise Verpackungsmüll, Hausabfälle fast jeder Art. Fast sieht’s nach einer Wohnungsauflösung auf die billige Tour aus.

Schaut man sich den Dreckhaufen etwas genauer an, findet man Dinge, die noch weniger als normaler Müll dorthin gehören. Die Großmarktrechnung eines italienischen Weinhändlers aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg inklusive dessen Bankverbindung liegt ebenso auf dem Parkplatz herum wie die Rechnung seines Steuerberaters. Besonders brisant sind die Scheidungsakten eines Heusenstammer Ehepaares. Das Urteil des Familiengerichts Offenbach lässt auf eine Beziehung mit ständigen Konflikten schließen. Dass die Papiere aus dem Februar 2004 stammen und die Wunden der gescheiterten Beziehung möglicherweise verheilt sind, ist nur ein schwacher Trost.

Das nervt Autofahrer am meisten

Das nervt auf der Landstraße am meisten

Der Parkplatz auf der anderen Seite der B 45 sieht längst nicht so schlimm aus. Daher vermutet Leser Karl-Otto Donners, dass die Müllsünder im Kreis Darmstadt-Dieburg daheim sind. Weiter südlich habe die Straßenbaubehörde Hessen Mobil einen Parkplatz geschlossen. Seither habe er einen regelrechten Mülltourismus Richtung Rödermark/Rodgau beobachtet.

Dem widerspricht Stefan Hodes von der Hessen Mobil-Pressestelle: „Die Parkplätze an der B 26 vor Darmstadt sind offen. Ein Zusammenhang kann also nicht bestehen. Im übrigen gibt es hier die gleichen Probleme.“ Doch ansonsten teilen Hodes und seine Kollegen den Frust der „sauberen“Autofahrer: „Die illegalen Müllentsorgungen stellen auch für uns ein großes Ärgerns dar.“

Rhein-Main: Hier liegt der Müll am Straßenrand

Rhein-Main: Hier liegt der Müll am Straßenrand

Kein Wunder, bei den Dreckmengen, die am Straßenrand landen. Im Schnitt sind’s 2 700 Tonnen pro Jahr. Der Betriebsdienst von Hessen Mobil leistet 20.000 Arbeitsstunden, um Straßen und Parkplätze zu entmüllen. Dazu kommen zwei Millionen Euro, die die Behörde jährlich an Entsorgungsunternehmen und für die allgemeine Müllabfuhr zahlt.

Die Parkplatz-Mülltonne an der B 45 wird wöchentlich geleert, der Platz selbst wird zwei Mal die Woche gesäubert. Besonders große Abfallhalden lässt die Autobahnmeisterei Rodgau auch zwischendrin abräumen. Trotz Dreck und hoher Kosten will Hessen Mobil an dem Parkplatz festhalten. „Die Anlage wird als Rastplatz im Nahverkehr gut angenommen. An eine Schließung ist nicht gedacht“, sagt Stefan Hodes.

Quelle: op-online.de

Kommentare