Zwölfjährige aus Ober-Roden leidet an überaus seltener Krankheit

Allergisch gegen Wasser

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Anne Kranich leidet an einer Wasserallergie - eine Krankheit, die weltweit nur etwa 35 Menschen trifft.

Rödermark - Anne Kranich kann vom Sommerspaß im Freibad nur träumen und blickt bei jeder Regenwolke sorgenvoll zum Himmel. Die Zwölfjährige aus Ober-Roden hat eine Aquagene Urtikaria - auf Deutsch gesagt: eine Wasserallergie.

Dieses Schicksal teilt sie mit gerade mal drei Dutzend Menschen auf der ganzen Welt. Ende 2014 bekam Anne Kranich erstmals beim Händewaschen einen Ausschlag. Wird der Kontakt mit Wasser intensiver, überziehen Pusteln den Körper. Kreislaufprobleme und Atemnot sind die schlimmsten Folgen der Allergie. Die Uniklinik Mainz hat Anne ein Notfallset mit flüssigem hochkonzentrierten Cortison verordnet, das sie immer bei sich haben muss.

Forscher haben die Aquagene Urtikaria erst 1964 als eigenständige Form einer Nesselsucht beschrieben. Die Krankheit ist keine Allergie gegen Wasser selbst, sondern gegen darin gelöste Ionen. Sie regen offenbar die Talgdrüsen der Haut zur Produktion giftiger Stoffe an.

Sozialamt soll Kosten für Schulbus erstatten

Anne Kranichs Eltern streiten derzeit mit dem Kreis, ob das Sozialamt die Kosten für den Schulbus übernimmt, damit das Mädchen bei jedem Wetter trocken zum Unterricht kommt. Doch weil der Schulweg 300 Meter zu kurz ist und eine Allergie keine Behinderung ist - dann würde der Kreis den Bus bezahlen -, geht die Familie bislang leer aus. Rödermarks Bürgermeister Roland Kern will eventuell über eine städtische Stiftung helfen.

Die seltensten Krankheiten der Welt

(lö)

Quelle: op-online.de

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