Babenhausen - Kann einer Beraterin des Babenhäuser Frauenforums der Angstschweiß auf der Stirn stehen? Was erstmal unglaubwürdig klingt, kam im vergangenen Jahr vor, als sich eine Hilfesuchende durch Ehrenmord bedroht fühlte. Von Michael Just

© Just
Rührten kräftig die Werbetrommel für ihren Literatursalon 2012: Gertraude Schwarzbauer, Ute Wittenberger und Heike Fuhrmann (von links).
„Hier sind nicht nur die Betroffenen in Gefahr, sondern auch die Berater“, sagt Vorstandsmitglied Maria Steinmetz-Hesselbach.
Reichlich Einblicke in die Arbeit des Frauenforums gab es am Sonntagmorgen beim Neujahrsempfang im Rathaus. Erstaunlich groß war dabei die Zahl der anwesenden Politiker aller Parteien. Das gab es so vor ein paar Jahren noch nicht. Ein männlicher Vertreter weiß, warum: „Wir erleben einen Wertewandel in der Gesellschaft. Frauen binden sich immer stärker ein und überlassen den Männer nicht mehr das Feld, auch was Schlüsselpositionen angeht.“ Aus der Aussage ließ sich entnehmen, dass beim Frauenforum in gewisser Weise Zukunftsmusik gespielt wird - und da gilt es nah am Puls der Zeit zu sein.
Die Beratungszahlen des Forums haben sich in jüngster Zeit verdreifacht. „Es gibt mannigfaltige Probleme und damit auch die Frage, wo ich spezifische Hilfe finde. Viele wenden sich zuerst an uns und wir vermitteln dann weiter“, erzählt die Diplom-Pädagogin. Schon aus letzterem Grund seien niederschwellige Angebote wichtig. Wir sind in vielen Fällen der Türöffner“, konstatiert die Babenhäuserin. Was sie besonders freut ist die Tatsache, dass verstärkt Frauen mit Migrationshintergrund kommen. Vor allem die Akzeptanz türkischer Frauen sei gestiegen.
Nicht alle Angebote des Forums stoßen auf die erhoffte Resonanz, wie etwa das Treffen für Alleinerziehende. Hier wollen die Verantwortlichen aber trotzdem weitermachen und stärker auf die Betroffenen zugehen. Das soll im „LebensMittelPunkt“ geschehen. „Mit dem wollen wir uns verzahnen, weil wir glauben, dass dort unser Klientel ist. Direkt vor Ort soll auch beraten werden“, kündigt Steinmetz-Hesselbach an.
Sorgen macht ihr, dass es kaum Frauen mittleren Alters bei den Helfern im Forum gibt. Deshalb wird postuliert, niemanden binden zu wollen: So reicht es bereits, Ideen einzureichen oder auch nur bei einer Veranstaltung im Jahr zu helfen. Mehr junge Frauen sind laut Steinmetz-Hesselbach für eine effektive Arbeit dringend vonnöten: „Momentan versetzen wir uns in deren Lage, was diese gebrauchen könnten. Besser wäre es aber, wenn sie uns direkt sagen, was sie wollen.“
Quelle: op-online.de


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