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Interview: Präsident des Rotary-Clubs Dieburg-Babenhausen spricht über zukünftige Projekte und den Wunsch nach mehr Empathie

Im richtigen Leben helfen

Babenhausen - Dr. Albrecht Achilles ist seit einem halben Jahr Präsident des Rotary-Clubs Dieburg-Babenhausen. Von Juli bis Juli geht die Amtszeit, die er maßgebend prägt. Der 67-jährige Dieburger ist schon viele Jahre im Verein tätig: 1975 trat er bei. Von Domenico Sciurti

Dr. Albrecht Achilles

© p

Dr. Albrecht Achilles

Die Hälfte seiner Amtszeit als Chef ist der richtige Zeitpunkt, um nachzufragen, wie es denn bisher gelaufen und was für die Zukunft noch geplant ist.

Dr. Achilles, kürzlich erst begrüßten Sie ihre Vereinsmitglieder bei einem Neujahrsempfang. Haben Sie dort über neue Projekte für das kommende Jahr nachgedacht?

Erst einmal haben wir gemeinsam ein Gläschen Sekt getrunken. Das machen wir immer so beim ersten Treffen im Jahr. Natürlich haben wir auch über das Programm für die kommenden Monate gesprochen.

Jeder Präsident wählt ja für seine Amtszeit einen Schwerpunkt, in dem dann Projekte gefördert werden. Ihrer ist die Jugendförderung. Gibt es für die nächste Zeit neue Vorhaben?

Ja. An der Goetheschule in Dieburg lief ein Projekt mit der Theatergruppe „Peoples Theater“. Es ist das Ziel der Gruppe, den Schülern beizubringen, wie sie mit Konfliktsituationen umgehen können. Das Projekt lief sehr gut, deshalb möchten wir es ausbauen. Um das Theater aber an mehrere Schulen in der Region, unter anderem auch in Babenhausen, zu bringen, benötigt es noch finanzielle Mittel. Dafür haben wir jetzt zum Beispiel ein Benefizkonzert organisiert. Am 17. März wird das Landespolizeiorchester sein Frühlingskonzert in der Römerhalle in Dieburg geben.

Ist das das einzige neue Vorhaben für dieses Jahr?

Nein. Wir möchten auch die Kreativwerkstatt im Jugendcafé in Dieburg fördern. Dort können Kinder mit den verschiedensten Materialien arbeiten und so lernen, damit umzugehen. Wir wollen speziell die Anne-Frank-Schüler damit unterstützen, sodass sie die Werkstatt mehr nutzen können. Die Babenhäuser Eduard-Flanagan Schule und auch die Anne-Frank-Schule haben zudem Wunschzettel, auf denen beispielsweise Lernspielzeug gelistet ist, das sich die Schulen aber aus eigenen Mitteln nicht leisten können. Da versuchen wir zu helfen. Selbstverständlich laufen viele unserer bisherigen Projekte noch weiter: so zum Beispiel der Berufsinformationsabend, die Unterstützung des Vereins Herigar, der den Sinnesgarten in Hergershausen anlegt, oder auch der LebensMittelPunkt in Babenhausen, in dem Menschen einkaufen gehen können, die nicht viel Geld haben. Über drei Jahre hinweg haben wir da schon mehr als 10.000 Euro für verschiedene Einzelprojekte investiert. Dann gibt es noch den Schüleraustausch, bei dem das weltweite Rotary-Netzwerk dienlich ist.

Das hört sich so an, als würde Ihre Arbeit immer erfolgreich sein. Gab es denn keine Rückschläge?

Bisher konnten wir alle Projekte, die wir uns vorgenommen hatten, durchziehen. Klar, nicht immer in dem Zeitrahmen, den wir vorher vielleicht angedacht hatten. Manchmal brauchte es eben mehr Zeit, bis das benötigte Geld aufgetrieben wurde und wir unser Ziel erreichen konnten. Aber im Großen und Ganzen läuft es ganz gut. Allerdings nehmen wir auch nicht jede Anfrage auf Unterstützung an. Bei unseren Mitglieder-Treffen entscheiden alle gemeinsam, welches Projekt wir unterstützen und welches nicht. Wichtig ist vor allem, dass eine gewisse soziale Bedürftigkeit besteht. Auch unterstützen wir zum Beispiel Kulturprojekte, die ansonsten verschwinden würden.

Ihre Projekte finanzieren Sie über Mitgliedsbeiträge und Spenden von Dritten. Sind die Menschen in unserer Region spendabel oder geben sie eher wenig Geld für Bedürftige?

Das kann ich gar nicht beurteilen. Wir bekommen nicht so viele Spenden wie beispielsweise die großen Fernsehanstalten nach einer großen Umweltkatastrophe. Durch ihre Spendenaufrufe erhalten diese Institutionen Millionen an Geldern. So etwas ist bei uns nicht möglich. Es ist sehr schwierig, lokal an die Menschen heranzutreten. Wir haben nicht die Möglichkeiten wie das Fernsehen. Wir sprechen einzelne Personen oder Unternehmen an, dabei kommen natürlich keine Riesensummen herum.

Eine letzte Frage: Wenn Sie sich etwas wünschen dürften, was wäre das?

Mehr Solidarisierung. Mehr Empathie. Der Alltag ist für viele Menschen sehr hart, diese Menschen müssen mehr unterstützt werden. Oftmals fehlt bei den Leuten die Sensibilität für ihr Gegenüber. Viel zu schnell ist sich der Mensch selbst der nächste. Es müsste mehr Kollektiv geben. Und da sollte auch die Jugend einbezogen werden. Gerade in Zeiten der neuen Medien. Soziales Networking schön und gut, und auf den Plattformen gibt es ja auch immer viel bekundetes Mitgefühl, aber ein Kommentar ist nicht dasselbe wie Unterstüzung im echten Leben.

Quelle: op-online.de

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