028.01.12|Babenhausen|Babenhausen|
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Babenhausen - Die Pferde mit der borstenartigen Stehmähne befinden sich in guter wie trauriger Gesellschaft: Wenn es um die vom Aussterben bedrohten Tierarten geht, nennt sie die Schutzorganisation WWF oder das Europäischen Zuchterhaltungsprogramm (EEP) in einem Satz mit Tiger, Nashorn, Eisbär oder Schneeleopard. Von Michael Just

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Wildpferde
Die Rede ist von den Przewalski-Pferden, die russische Soldaten 1879 in der Mongolei zum ersten Mal in kleiner Zahl entdeckten. 1970 wurde die Rasse in der freien Wildbahn für ausgestorben erklärt, mit nur 13 Exemplaren begannen im letzten Jahrhundert die zoologischen Gärten Europas mit der schwierigen Nachzucht.
Quasi als Trainingslager für die Auswilderung in Kasachstan, der Mongolei oder China sollen die Przewalskis nun nach Babenhausen auf den Truppenübungsplatz der ehemaligen US-Kaserne kommen. Der Parlamentsbeschluss von SPD, Grünen, FWB und „Bürger“ machte den Weg für die Ansiedlung der Wildpferde frei. Nach einem ersten Info-Gespräch am runden Tisch der Reiter lud die städtische Wirtschaftsförderung nun zu einer weiteren Vorstellung des Projekts ein. Für die laut Einladung „galoppierenden Neuigkeiten“ wählte man die Reiterschänke des Reit- und Fahrvereins (RuF). Die zeigte sich bei den Ausführungen von Christoph Göbel vom Bundesforst, der das Gebiet verwaltet, mit 40 bis 50 Personen als gut gefüllt.
Die spannendste Frage des Abends war sicherlich die, wann die Vierbeiner Babenhäuser Boden betreten. „Der nächste Schritt ist der Bau eines Zaunes. Des Weiteren müssen Strom und Wasser gelegt werden“, erklärte Göbel. Erfahrungen hätten gezeigt, dass dies innerhalb von vier Monaten möglich ist. Trotzdem schätzt er, dass es noch einen Realisierungszeitraum von eineinhalb bis zwei Jahren bedarf, auch deshalb, weil in Gießen ein ähnliches Projekt schon anlief. „Das Geld für Babenhausen ist aber zur Seite gelegt, wir haben den erhobenen Daumen der Zoos“, versicherte Göbel.
Die verbleibenden Monate kommen der Stadt insofern zugute, dass Zeit für die Ausarbeitung und Errichtung eines Info-Zentrums für Besuchergruppen bleibt. Damit würde sich der Wunsch Göbels erfüllen, die Wildpferde in ein Gesamtkonzept einzubetten. „Derzeit arbeiten wir an den Entwürfen“, berichtet Sylvia Kloetzel von der Wirtschaftsförderung. Die Kosten für das Zentrum trägt die Stadt, während alles andere – hier stehen 500. 000 Euro im Raum – der Bundesforst und die Zoos übernehmen. Schon jetzt sieht Kloetzel mit den Pferden vielfältige Chancen und Impulse für die Stadt, den Tourismusbereich auszubauen. Die Hoffnungen reichen von internationalen Besuchergruppen bis hin zur Bildungschancen für die Schulen im Kreis.
Werden die Planungen umgesetzt, sollen die Wildpferde, für die ein doppelter Schutzzaun angedacht ist, unbefristet bleiben. „Es werden immer wieder neue Pferde kommen, die für die freie Wildbahn fitgemacht werden“, erklärt Göbel.
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