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Nach Chantals Tod Ermittlungen gegen Hamburger Jugendamt

Chantal: Leiterin von Jugendamt muss gehen

Hamburg - Nach dem Methadon-Tod der elfjährigen Chantal aus Hamburg gibt es nun personelle Konsequenzen: Die Leiterin des zuständigen Jugendamtes muss gehen.  

© dpa

Chantal ist an einer Methadon-Vergiftung gestorben.

Das berichteten am Dienstag mehrere Medien. Zugleich weitete die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aus. Im Fokus der Untersuchungen stehen nun auch das Jugendamt und der Betreuungsverein. Mehrere Räume wurden durchsucht, Akten kopiert. Der Fall Chantal sollte am späten Dienstagabend auch Thema im Familienausschuss der Bürgerschaft sein.

Der Bezirk Mitte werde den Chefposten des Jugendamts neu besetzen, sagte Bezirksamtschef Markus Schreiber dem “Hamburger Abendblatt“. Zunächst übernehme die Stellvertreterin die Aufgaben. Im Gespräch mit der Zeitung “Die Welt“ räumte Schreiber ein, dass die Pflegefamilie nicht selbst vom Bezirk Mitte überprüft wurde. Die nun freigestellte Jugendamtsleiterin habe er bereits 2009 nach dem Tod des Babys Lara Mia aus Wilhelmsburg ersetzen wollen, sei damit aber gescheitert. Als das Mädchen damals starb, war es abgemagert bis auf Haut und Knochen. Auf Anfrage war am Dienstag im Bezirksamt niemand zu erreichen.

Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der Verletzung der Fürsorgepflicht gegen das Jugendamt und den freien Träger, den Verein Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen, auf. Die Ermittlungen richteten sich aber noch gegen “bislang unbekannte Mitarbeiter“, sagte Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers.

Die Beamten stellten bei der Durchsuchung 14 Akten sicher. Dabei geht es um Chantal, ihre Pflegeeltern und deren Enkelkind - das auch Pflegekind war. Die Mitarbeiter seien sehr kooperativ gewesen, sagte Möllers. Acht Polizisten und ein Staatsanwalt waren nach Möllers Angaben bei den Durchsuchungen im Einsatz.

Chantal war am 16. Januar im Stadtteil Wilhelmsburg an einer Vergiftung mit der Heroin-Ersatzdroge Methadon gestorben. Sie lebte bei drogenabhängigen Pflegeeltern, die in einem Methadon-Programm waren.

dpa

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