Dafür zogen sich die Freiwilligen, die sich übers Internet anmelden konnten, ab 3.00 Uhr früh nackt aus und bemalten sich nach Anweisung des Künstlers mit roter und goldener Körperfarbe. An drei Orten der Innenstadt - dem Odeonsplatz, dem Max-Joseph-Platz und der Ludwigstraße - gruppierte Tunick und sein Team die Menschen dann zu lebenden Bildern nach Elementen aus Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Diese wurden dann auf Foto und Video festgehalten. Die Bayerische Staatsoper startete mit dem Projekt ihre Opernfestspiele.
Kurz nach Sonnenaufgang um 5.15 Uhr, bei einer Temperatur von knapp 13 Grad, machte Tunick seine ersten Aufnahmen auf der Ludwigstrasse mit Blick auf das Siegestor. Hunderte rote Körper formten eine Flamme, sinnbildlich für Wagners Unterwelt „Nibelheim“.
Für die Kunst: München strahlt in Nackt, Rot, Gold
Teile der Innenstadt waren zeitweise abgesperrt. Rund 80 freiwillige Helfer unterstützten die Mitarbeiter von Tunick. „Ich bin glücklich, in Deutschland zu arbeiten“, sagte Tunick zum Abschluss seiner Installationen. Teilnehmer aus Israel oder England seien gemeinsam mit den Deutschen ein kooperatives Team gewesen. „Es war eine wundervolle Erfahrung“, meinte der Künstler.
Ursprünglich hatten sich sogar 2500 Menschen gemeldet, etliche fehlten aber schließlich bei der Aktion. Der Künstler hatte aus Erfahrung schon damit gerechnet, dass viele seiner potenziellen Modelle kurzfristig wieder abspringen.
Der New Yorker Aktionskünstler arbeitet seit 1992 weltweit mit menschlichen Körpern im öffentlichen Raum: Tausende Menschen in natura hat er unter anderem auf einem Gletscher oder im Toten Meer sowie vor dem Opernhaus in Sydney abgelichtet. Die Münchner Installation ist seine zweite in Deutschland. „Das Anmalen der Körper, die Farben, die Orte und Formen - alles ist neu für mich und versetzt mich in große Aufregung“, sagte der Fotokünstler.
Das Nationaltheater zeigt ab dem 30. Juni ein vierminütiges Video über das Münchner Shooting. Die nächsten Aufnahmen plant der Künstler in Berlin, Skandinavien und Italien.
dapd/dpa

































