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Eine Pfarrei voller Narretei: Temperament und Tempo bei der Fastnacht im ausverkauften Pater-Delp-Haus

Eine Pfarrei voller Narretei

Dieburg - „Bühne frei für allerlei Ulk und Narretei“ hieß am Freitagabend im Pater-Delp-Haus, wo die lang erwartete Pfarrfastnacht stattfand. Viele karnevalistische Akteure und über 150 Besucher hatten sich im ausverkauften Saal zu einem stimmungsvollen Äla-Abend versammelt. Von Lisa Hager

© Scholze

Als Till Eulenspiegel mit scharfem Spott auf den Lippen stieg Pfarrer Alexander Vogl in die Bütt.

Erstmals fand die Pfarrfastnacht an zwei Terminen statt, auch für den Samstagnachmittag-Termin waren bereits im Vorfeld zu zwei Dritteln Karten verkauft worden. Als Ehrengäste konnten Pfarrer Vogl, der selber wieder im Laufe des Abends den Weg in die Bütt fand, und Altpfarrer Neumann begrüßt werden. Und auch wenn „der Hausmeister und Co. “ (Claudia Schöning und Rosi Müllens) zum musikalischen Auftakt „Der Lack ist ab“ feststellten, so bezog sich dies im rein übertragenen Sinne nur auf einen Rückblick vom Playboyhäschen bis zum alten Hasen. Und nicht auf die Dieburger Fastnacht, die immer jung hält.

Nach der Begrüßung durch die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Doris Diefenbach eröffnete Seppel Hach mit seinem Protokoll die Büttenreden, der es als Narrenpflicht ansieht, auch mal heiße Eisen anzufassen. Er reflektierte den Verlust des liebgewonnenen Pater Robin, die geplante Schließung des Kapuzinerklosters oder auch den Baustopp am Haus Priska, das selber zum Pflegefall wird. Auch ein paar Anekdoten rundum Pfarrer Vogl enthielt er den Anwesenden nicht vor und brachte damit das Publikum zum Toben.

Bilder der Pfarrfastnacht

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vor

„Jakob und Kätche“, alias Karlheinz Braun und Monika Dambier-Blank, lieferten sich ein Wortfecht in schönster Dibborscher Mundart rund um die Ehe, das Gemeindeleben g oder ihre Urlaubserlebnisse. Monika Hartmann berichtete über ihre Arbeitssuche, auf die sie sich als „50 plus“ mit Mut und Schneid“ machte.

Der Karneval von Rio hielt mit den vier Akteurinnen rund um Rosi Müllens seinen Einzug, die die Brasilienreise der Gemeinde mit ihren Erlebnissen Revue passieren ließen. Über wiederverwertbares Toilettenpapier, eine falsche Zimmernummer im Hotel bis hin zum geschmuggelten Messer im Fluggepäck verrieten sie das ein oder andere Schmankerl und heizten mit Gesangseinlagen und einem brasilianisch anmutenden Tänzchen zu „Oh Bajo Bongo“ die Stimmung an. Die in Blau-Orange gekleidete singende „Vogl-Schaar“ brachte einen Liedvorschlag für den singenden Bürgermeister von Dieburg aus, wie er auf der Jupitersäule mit Blick in Richtung Römerhalle steht und schmettert „Sag. wo die Millionen sind?“. Und als Hommage an Pfarrer hatten sie „Einen Stern, der deinen Namen trägt“ mitgebracht, in das der ganze Saal lautstark einstimmte.

Außergewöhnliche Gewinne einer Tombola

Nach der Pause zeigte sich die katholische Kirchengemeinde von ihrer großzügigen Seite und verteilte außergewöhnliche Gewinne einer Tombola, bevor Annemarie Schöbel viele alte Gesichter mit neuen Zähnen begrüßte und sich über ihr Freud und Leid als seltenes Exemplar einer Ehrenjungfrau ausließ und über ihr Leben als „Unschuld vom Lande“ bis zur „Nostalgie-Hostesse“ berichtete. Seine Prominenz - Eminenz - Hiemenz, Philipp Hiemenz bewies den Närrinnen und Narren als Nordseefischer, das er in der Lage ist, stundenlang über einen Hering zu reden.

Heringe betrachten auf den Fahrten vom Nordseestrand nach Helgoland viele Touristen, die den Kopf übers Wasser hängen lassen und bis die Heringskinder groß geworden sind, liegt der Vater bereits in der Sauce. „Und dann ist es soweit: Vater, Schwestern, Brüder sehen sich gesalzen wieder.“

© ScholzeAnmutig anzusehen war das Männerballett. Die grazilen Tänzer brachten den Saal zum Kochen.

Der zweite Tanzauftritt des Abends brachte den Saal zum Brodeln, als das Männerballett rund um Thomas Blank, Klaus Schulte, Klaus Feudl und Harald Schöning die grazilen Beine verpackt in Leggings und Tüllröckchen schwang. Und um die Stimmung für den Höhepunkt des Abends nochmals kräftig anzuheizen und die Wartezeit auf den Auftritt von Pfarrer Vogl zu überbrücken, griff Werner Utmelleki fest in die Tasten und ließ Stimmungslieder erklingen, zu denen das Publikum lautstark mitsang, schunkelte und klatschte.

Pfarrer Alexander Vogl als „Till Eulenspiegel“

Dann war es soweit, Pfarrer Alexander Vogl betrat als „Till Eulenspiegel“ die Bütt und ließ eine seiner grandiosen Büttenreden vom Stapel. Frei von der Leber weg sprach er klare Worte über unsere Kanzlerin, bekannt als „Liz Taylor von der CDU“, Guido Westerwelle und dessen vergebliche Versuche, einen Boss-Anzug mit Leben zu füllen oder die „Lady Gaga“ der Grünen, Claudia Roth, die aufgrund ihrer Haarfarbe beim letzten Kastor Transport mit einem Brennstab verwechselt und abtransportiert wurde.

Das Englisch-„Gebabbel“ geht ihm auch auf den Geist, denn wenn er so manches richtig übersetzt, würde aus „online“ „auf den Strich gehen“, der Sitzungspräsident wäre der „Chief Speaker vom Halli Galli Management“ und Dieburgs Stadtoberhaupt der „Burger King“.

Das bunte Show-Programm fand den Abschluss nach viereinhalb Stunden mit viel Humor, Stimmung und „Dibborsch, Äla!“

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