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Elke Klenk nach 35 Jahren verabschiedet / Kinder- und Jugendgarde in Dieburg geprägt

Grande Dame des Äla geht in Ruhestand

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Artikel: Grande Dame des Äla geht in Ruhestand

Dieburg ‐ „In die Kindersitzung gehören Kinder“, findet Elke Klenk und wohl kaum einer wird der Dieburgerin da widersprechen. Eine Selbstverständlichkeit war das aber auch bei der hiesigen Fastnacht nicht immer: Vor rund vier Jahrzehnten tanzten noch die erwachsenen Frauen des Tupuka-Balletts, aus dem später das Hofballett wurde, auf der Sitzung für den Nachwuchs. Von Jens Dörr

Elke Klenk mit zwei ihrer Orden – dem aktuellen Aktiven-Orden der diesjährigen Kampagne und dem Orden der Interessengemeinschaft „Mittelrheinischer Karneval“, der die höchste Auszeichnung der IG darstellt.

© Dörr

Elke Klenk mit zwei ihrer Orden – dem aktuellen Aktiven-Orden der diesjährigen Kampagne und dem Orden der Interessengemeinschaft „Mittelrheinischer Karneval“, der die höchste Auszeichnung der IG darstellt.

Bis „Tante Elke“ das änderte. „Tante Elke nannten mich die Kleinen damals, als ich beim Karnevalverein die Kindertanzgruppe gründete“, erinnert sich Klenk. Im Oktober 1974 war das, bis dato hatte sich die damals 34-Jährige vor allem in der Leichtathletik-Abteilung des TV Dieburg einen Namen gemacht. „Inge Zimber hatte sich beim Umzug immer der Kinder angenommen, die bei der Garde mitliefen“, erzählt Klenk.

Richtig in Bewegung sollten die aber erst mit Klenks Engagement kommen, dass auch der ehemalige KVD-Chef und Sitzungspräsident Georg Rainfurth beförderte – schon damals einer von vielen Fürsprechern Klenks, die ihr zutrauten, den tänzerischen Nachwuchs aufzubauen. Was Klenk denn auch mit großem Engagement und gesundem Ehrgeiz und bis zu ihrer Verabschiedung in der letzten der diesjährigen Fastnachtssitzungen am vergangenen Samstag tat – mit nie nachlassendem Einsatz, 35 Jahre lang.

Nie Nachwuchssorgen in der Kinder- und Jugendgarde

Begonnen habe ich mit sieben oder acht Kindern, im zweiten Jahr waren es schon 25“, blickt Klenk zu den Anfängen zurück. Jahr für Jahr habe sich das gesteigert: „Bis heute haben wir in der Kinder- und Jugendgarde keine Nachwuchssorgen.“ Meist bis sie etwa 14 oder 15 Jahre alt waren tanzten Klenks Schützlinge in Reih und Glied, ehe sie in das Jugendballett wechselten und noch heute wechseln – und wo sie spätestens mit 18 Jahren ausscheiden. „Was aber nicht schlimm ist, denn mit der Tanzgarde der Prinzengarde und dem Hofballett des KVD gibt es da zwei gute Möglichkeiten im Anschluss“, sagt die bekennende Ur-Fastnachterin.

Deren Hobby, das indes einen großen Teil der Freizeit in Anspruch nimmt, spiegelt sich auch überall im schmucken Haus der Klenks wider: Närrische Fotos an den Wänden, ein Keller voller Äla-Equipment und in diesen Tagen selbstredend allerorten die passende Dekoration. Keine „One-Woman-Show“, denn Klenks Mann Dieter ist beim KVD ebenfalls eine Institution, arbeitete unter anderem im Vorstand mit und gehört bis heute dem Technik-Team von Deutschlands größtem Karnevalverein an.

Seine Frau könnte unterdessen wohl Abende füllen mit Erzählungen von den tollen Tagen und vor allem den Sitzungen, bei denen sie – mit heute 65 Personen in Kinder- und Jugendgarde – stets atemberaubende Tänze auf die Beine stellte.

Eine unverkennbare Handschrift mit perfektionistischer Neigung, die auch andernorts nicht unterging: „Wir konnten uns problemlos mit Ballettschulen messen“, sagt Klenk so gar nicht bescheiden, jedoch wahrheitsgetreu. Zig Pokale, die sie mit ihrer Truppe auch außerhalb der Dieburger Fastnacht errang, zeugen davon.

Mehr als 200 Tänze wurden einstudiert

Die Dieburgerin vergisst es allerdings nicht, in ihren Erzählungen auf die vielen Unterstützer ihrer hoch einzuschätzenden Arbeit hinzuweisen: Die Bürgermeister Peter Christ und Werner Thomas hätten sich stets sehr dafür eingesetzt, dass Trainingsmöglichkeiten, etwa im Spiegelsaal der Schlossgartenhalle, zur Verfügung gestanden hätten. Einst tanzte man mit dem Narren-Nachwuchs noch im Foyer der Hochschul-Mensa, war auch mehr als ein Jahrzehnt in der Aula der Gutenbergschule untergebracht.

Unterstützung habe sie, die über die Jahre mehr als 200 Tänze konzipierte und mit „ihren“ jungen Leuten einstudierte, außerdem erfahren vom Mütter-und-Väter-Gremium der Garde sowie Hans Vogel, Manfred Müller und Rudolf Hornung, die sie bei der musikalischen Umsetzung der Tänze unterstützten. Elsbeth Stelzig und Marlies und Joseph Faust halfen ihr regelmäßig beim Schminken.

Ein Abschied, der schwer fällt

Viel Engagement leistete das ehemalige Vorstandsmitglied des KVD auch beim Martinsmarkt, wo die Kinder- und Jugendgarde bis vor drei Jahren noch einen eigenen Stand beschickte. Hier haben ihr Karin Böhle, Ricky, Karlheinz und Gabi Allmann, Heinz Kolb sowie Hans-Friedrich Busch stets sehr unter die Arme gegriffen.

Was den Abschied, der Klenk naturgemäß schwer fällt, erleichtern dürfte: Mit Jeanette Neumann, Andrea Bausch sowie Theresa Busch weiß sie drei junge Frauen in ihren Fußstapfen, die diese eines Tages ausfüllen könnten.

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