Dieburg J Geht es am Haus Priska, dem neuen Seniorenpflegezentrum, das Ende 2011 eröffnen sollte, endlich weiter? Das fragten sich kürzlich Passanten, die beobachteten, wie sich der Kran wieder bewegte, Bauarbeiter schwere Betonteile herumhievten. Von Lisa Hager

Hier wird nicht weitergearbeitet, sondern rückgebaut: Das „Haus Priska“ ist auf Baumängel untersucht worden (kleines Foto). Der juristische Streit zwischen Investor und Baufirma verzögern die Fertigstellung des Seniorenzentrums wohl um ein Jahr. Fotos (2): Hager
Allerdings war kein Baufortschritt im Gange, sondern ein Rückbau. Das Plakat einer Firma mit dem nichts Gutes verheißenden Namen „Demolition“ (Zerstörung) hing am Zaun und die Arbeiter waren dabei, die Bauteile auf einen Anhänger aufzuladen und abzutransportieren.
An dem Gebäude läuft derzeit die Beweissicherung, dazu sind so genannte „zerstörende Untersuchungen“ notwendig, wie das in der Fachsprache heißt. An mehreren tragenden Betonsäulen ist das klar zu erkennen: Sie wurden so weit aufgemeißelt, dass der Armierungsstahl offen liegt.
Statt einer Aussage zum Stand des Rechtsstreits kündigte Hellwege eine gemeinsame Presseerklärung mit dem Projektentwickler Atik an. Auch Bürgermeister Dr. Werner Thomas sprach in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten von einer Erklärung, die in der kommenden Woche folgen soll.
Nicht nur die Senioren, die sich schon auf einen Umzug ins Haus Priska vorbereitet hatten, leiden unter der Verzögerung. Auch das bereits eingestellte Pflegepersonal muss vorerst in anderen Einrichtungen des künftigen Betreibers, der „Mission Leben“, einem gemeinnützigen Unternehmen des Diakonischen Werkes, beschäftigt werden. Hier geht man davon aus, dass sich die Fertigstellung bis Ende 2012 verzögert.



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