Sabrina Brandt und Nina Grimm, Bühnenneulinge bei den großen Sitzungen, zeugen von der guten Nachwuchsarbeit des KVD

Jägerlatein mit reichlich Grimassen

506.02.10|DieburgFacebook
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Dieburg (jd) ‐ Wenn auf der Bühne der „Ludwigshall“ davon geredet wird, dass der Kopf des Elferratspräsidenten an der Trophäenjagd hängt, dann ist es Zeit für „Zwei Jagdausübungsberechtigte“: Unter diesem Titel treten Sabrina Brandt (21) und Nina Grimm (19) bei den diesjährigen Fastnachtssitzungen des Karnevalvereins auf – und beweisen damit aufs Neue, dass sich der KVD kaum Nachwuchssorgen machen muss. Von Jens Dörr

Sabrina Brandt (l.) und Nina Grimm als „Zwei Jagdausübungsberechtigte“ bei der diesjährigen Premieren-Sitzung.

© Dörr

Sabrina Brandt (l.) und Nina Grimm als „Zwei Jagdausübungsberechtigte“ bei der diesjährigen Premieren-Sitzung.

Neben Sänger Stefan Mann, der den neuen Fastnachtsschlager „was e Stadt“ vortrug, der Gruppe „Pünk“ und dem neuen – zugegebenermaßen nicht mehr ganz so jungen – Gunkes-Paar, feierten die beiden Dieburgerinnen in der ersten Sitzung 2010 ihre Premiere bei den „Großen“. Denn gänzlich neu sind Brandt und Grimm auf den Brettern, die Welt bedeuten, auf gar keinen Fall.

Beide sind Fastnachterinnen durch und durch. Grimm lief im Alter von drei Jahren erstmals beim Umzug mit, damals noch bei der Gruppe „Ballermänner“. Inzwischen ist sie Mitglied der „Brunnenbauer“ und weist dazwischen eine regelrechte Narren-Karriere bei den Kindersitzungen des KVD auf.

KVD suchte über den Dieburger Anzeiger Nachwuchs-Büttenredner

1999 stand sie erstmals auf der „Luna“-Bühne, führte damals im Alter von acht Jahren dem Nachwuchs ein Zwiegespräch mit Katharina Thomas vor. „Über den Dieburger Anzeiger hatte der KVD junge Büttenredner gesucht“, erinnert sich Grimm. Ihr Vater Bernd, Macher der Fastnachts-Website www.dibborsch.de, las das damals und wies seine Tochter darauf hin. Die wurde später für zwei Jahre außerdem Sitzungspräsidentin, war überdies bei den „Kindersingers“ aktiv.

Wenn man zu alt wird für die Kindersitzungen ist es allerdings nicht ganz leicht – denn für die großen Sitzungen ist man mit 14 oder 15 Jahren noch zu jung“, spricht Grimm ein kleines Problem junger Bühnenakteur an.

„Zwei Jagdausübungsberechtigte“ entspricht der hohen Qualität im KVD

Ins Äla-Loch fiel die Dieburgerin dennoch nicht: Grimm half im Bautrupp mit, ist bis heute im Kinderkomitee. Und verdingte sich als Zeremonienmeisterin – wodurch sie ihre heutige Bühnenpartnerin Sabrina Brandt kennenlernte.

Vom Sehen kannten wir uns zwar vorher schon“, erklärt nun Brandt. Näher miteinander befreundet gewesen sei man aber nicht. Das änderte sich, als Grimm und Brandt, die ebenfalls „Zeremo“ bei den Aktiven-Sitzungen war, im Rahmen dieser Tätigkeit zueinander fanden. Auch Brandt war früher bei den „Kindersingers“, trug unter dem Titel „Mein Vater tapeziert“ auch selbst einmal solo eine Rede bei den Kleinen vor. Ein freier Vortrag, wie das Mitglied der „Hutsimpel“ erzählt – und dabei sind Brandt und Grimm auch in ihrer Rolle als „Zwei Jagdausübungsberechtigte“ geblieben. Dass beide in Jägerinnen-Kluft die Sitzung bereichern dürfen, ist unterdessen nicht selbstverständlich. Der KVD achtet bekanntlich auf die hohe Qualität seines Programms, selektiert im Vorfeld auch aus.

Routiniert in Dibboijer Mundart auf der Bühne

Wir waren schon nervös, als wir zur Klausurtagung ins Habichtsadler fuhren“, sagt Grimm. Wobei schon die Einladung dorthin ein gutes Zeichen gewesen sei. Der dort präsentierte Rohentwurf des Zwiegesprächs mit allerhand Jägerlatein kam alles in allem an, „die fanden unter anderem gut, dass wir durchgehend beim Thema Jagd geblieben sind“, so Brandt. Unterstützung hatten sich die beiden Nachwuchskräfte bei ihren Vätern Wolfgang Brandt und Bernd Grimm geholt, beide erfahrene Karnevalisten. „Wir hatten uns zwar früh Gedanken zum Vortrag gemacht, wussten aber nicht, wie wir genau vorgehen sollten“, gestehen beide und loben die tolle Hilfe ihrer Väter.

Und auf der Bühne? Dort wirkten Grimm und Brandt schon bei der Premiere sehr routiniert, überzeugten Grimassenziehen und in bester „Dibboijer“ Mundart. Die versteckt Grimm auch im Alltag nicht, während der Dialekt bei Brandt dann nur ganz wenig zum Vorschein kommt.

„Wir wollen niemanden kopieren. Wir sind wir.“

Wir sind fürs Erste zufrieden, müssen aber noch in die Sache reinwachsen“, sieht Brandt die Narren-Tätigkeit derweil selbstkritisch. Und Grimm ergänzt in Anspielung auf Vergleiche mit dem Damen-Duo Petra Herrmann-kahle und Bettina Steinmetz: „Wir wollen niemanden kopieren. Wir sind wir.“

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