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„Klar, die Birgitt macht das“

Schulleiterin der Gutenbergschule in den Ruhestand verabschiedet

„Klar, die Birgitt macht das“

Dieburg J Kaum ist Birgitt Schmidt-Walter durch den Umzug der Gutenbergschule in das auch Schloss genannte neue Schulgebäude zur Schlossherrin geworden, da muss sie Krone und Zepter auch schon weiterreichen. Am 1. Von Laura Hombach

Einen Ruhesitz mit Herz gab es zum Abschied für Birgitt Schmidt-Walter. Foto: Hombach

Einen Ruhesitz mit Herz gab es zum Abschied für Birgitt Schmidt-Walter. Foto: Hombach

Februar begann für die 62-jährige gebürtige Bremerin die passive Phase ihrer Altersteilzeit. Zum Abschied hatte sich der komplette Hofstaat aus Schülern, Kollegium, Eltern, den Schulleitern der anderen Dieburger Schulen, Familie und anderen Weggefährten eingefunden.

Zur Grundschule mit Musik im Herzen ist die Gutenbergschule unter Schmidt-Walters siebeneinhalbjähriger Regentschaft geworden. Kein Wunder also, dass viele der zierlichen Frau mit der unbändigen Energie auf musikalischem Wege Lebewohl sagten. „Klar doch, die Birgitt macht das, die schafft das, macht Euch keine Sorgen“, lautete der Refrain des Liedes, das die Leiter der Dieburger Schulen anstimmten.

Nicht gesanglich, dafür aber in einer langen Verabschiedungsrede würdigte Schulamtsdirektor Dieter Eitel die 62-Jährige, der er an diesem Tag nicht nur ihre Verabschiedungsurkunde, sondern auch eine Urkunde zum 40-jährigen Dienstjubiläum überreichte. Er habe sie als „einen sehr fordernden Motor zum Wohle der Schule“ kennengelernt.

Und so ist es nicht nur ein musikalisches Erbe, das Schmidt-Walter der Gutenbergschule hinterlässt. Vertreter des Fördervereins der Schule und des Schulelternbeirats dankten ihr, dass durch ihre Initiative die intensive Zusammenarbeit der Grundschulen mit den Kindergärten und den weiterführenden Schulen zustande gekommen sei. Und auch am Bau, der Planung und der Umsetzung des neuen Schlosses trägt sie erheblichen Anteil. So war auch Architekt Hans Birli zur Verabschiedung gekommen. „Es war angenehm, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der so klare Vorstellungen hat“, sagte Birli. Nicht nur Schmidt-Walter musste zum Taschentuch greifen, als zu „Thank you for the music“ von Abba eine vom Kollegium vorbereitete Bilderschau lief, die sie bei der musikalischen Arbeit mit den Schülern zeigte.

Mathe, Biologie und Sport hatte Schmidt-Walter auf Lehramt studiert. Doch prägend für die Pädagogin waren vielmehr eine zusätzliche Musikausbildung und die vielen Erfahrungen, die sie in ihrem Berufsleben sammeln konnte. Von der Feuerzangenbowle bis zu Harry Potter, schilderte Schmidt-Walter ihren pädagogischen Werdegang und stellte in ihrer Rede auch ihren Humor unter Beweis. Feuerzangenbowle, das waren Schmidt-Walters berufliche Anfänge mit einem Mentor, der noch die Fingernägel der Schüler kontrollierte und trotzdem großes Ansehen bei den Schülern genoss. Von der Montessori-Pädagogik habe sie den Leitsatz „Hilf mir, es selbst zu tun“ übernommen. Mit Harry Potter war sie im Heute angekommen. Sich selbst bezeichnete Schmidt-Walter auch als Dumbledore (Leiter der Schule für Zauberer in den Harry Potter-Romanen). Immer wieder gelte es, neue Ideen aus dem Hut zu zaubern.

„Meine Frau liebt jedes Kind und sie liebt auch ihre Kollegen“, schilderte Heinz Schmidt-Walter, Jugendliebe, langjähriger Freund und seit sieben Jahren Ehemann der 62-Jährigen. Birgitt Schmidt-Walter und das Kollegium dankten ihm für das Engagement, das er bei der Einrichtung der Werkstatt und dem Bau von Kulissen für die Schule gezeigt hatte. Und noch für etwas anderes muss die Gutenbergschule ihm dankbar sein, wie bei der sehr intimen Verabschiedungsfeier deutlich wurde: Ihm ist es zu verdanken, dass Birgitt Schmidt-Walter ihren Schulleiterposten in Niedersachsen verließ, um nach zwei vorherigen Ehen ihr Glück bei ihrer Jugendliebe und in der Gutenbergschule zu finden.

Nachfolgerin von Schmidt-Walter ist die langjährige Konrektorin Silke Werner-Lehr. Eine Frau, mit der sie sich mit Blicken habe verständigen können und die ihr eine unglaublich große Stütze gewesen sei, wie Schmidt-Walter schilderte. Kaum enden wollten die Reden, Lieder und Beiträge zur Verabschiedung der beliebten Schulleiterin, fast schien es, als wollte man sie nicht gehen lassen. Und das müssen Schüler und Kollegium glücklicherweise auch nicht: Künftig wird Schmidt-Walter ehrenamtlich die neue Mediathek betreuen. Da das die Energie des musizierenden, handarbeitenden und handwerkenden Multitalents bei Weitem nicht erschöpft, will sie in ihrem heimischen Schloss in Dieburg eine Frühstückspension betreiben.

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