5618.01.10|Dieburg
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Dieburg - Fastnachtssitzung mit Premiere: Einer von vielen Höhepunkten in der starken, mehr als fünfstündigen Äla-

© Liste
Gunkes und soi Bawett: Die beiden Newcomer (Thomas Buchert und Juliane Kempf) agierten auf der Bühne wie alte Hasen.
Konditionelle Probleme schienen die Narren in der bis auf den letzten Platz besetzten „Ludwigshall“ am Freitagabend nicht zu haben: Als die Protagonisten der Fastnachtssitzung des KVD nach fünfeinhalb Stunden Programm und zweimal elf Minuten Pause weit nach Mitternacht ausmarschierten, wirkte das Publikum fast so, als hätte es gerne noch ein wenig weitergeschunkelt. Ihr närrisches Zeugnis hatten die Zuschauer bis dahin längst verfasst – es dürfte voller Einser gewesen sein.
Wo anfangen bei einer Äla-
Für die eher seltenen nachdenklichen Momente sorgte im ersten Wortvortrag des Abends Protokoller und KVD-
Noch mehr Platz im Protokoll nahmen indes die regionalen und lokalen Ereignisse des vergangenen Jahres ein – so appellierte Enders daran, sich angesichts der „Einkaufshütte“ Loop 5 in Weiterstadt bewusst auf die kleinen Geschäfte vor Ort zu besinnen. Hält ein mächtiger Vollblut-
Hätte sich Enders im Anschluss an sein Protokoll als Bürgermeisterkandidat vorgestellt, hätte er mit seinen Ansichten an diesem Abend wohl viele Wähler hinter sich gebracht. „Ein Wunsch, den jeder Anwohner hat: ein Krankenhaus am Rand der Stadt“ – auch für diese Aussage erntete Enders laute Zustimmung aus der Hall. An Fastnacht darf auch mal geträumt werden.
Loslassen vom harten Politikalltag durfte anschließend auch Bürgermeister Dr. Werner Thomas, der als Pharao verkleidet mit den „Speeslochfinken“ ein Märchen der etwas anderen Art auf die Bühne brachte (Texte von Horst Kahlen, Musikalische Leitung durch Werner Utmelleki, Kampagnenleitung durch Lothar Wolf). Gesanglich heraus stach dabei Normannenkönig Helmut Sauerwein – als Lohn gab’s die schöne Lolatetre am Ende zur Gemahlin und tosenden Applaus. Die Lolatetre verkörperte Lothar Wolf – obwohl seit nun 22 Jahren auf der Bühne, verschafft der Vorsitzende der Dieburger Sängerlust den Frauenrollen der „Speeslochfinken“ noch immer eine scheint’s nie verblühende sexy Ausstrahlung. Leider habe man nicht jedes Detail der durchdachten Texte hören können, bedauerten nach der Sitzung Zuschauer aus dem hinteren Drittel der „Luha“.
„Es Endstück vom Abbel, des is’ halt en Krotze“, klärte anschließend Monika Schledt auf. In feinstem Dialekt animierte Schledt dabei die Narrenschar, seine Dibboijer Sprachkenntnisse zu überprüfen – der Vortrag zum Mitmachen kam bestens an. Das darf man auch vom neuen Schlager „Was e Stadt“ behaupten“, den Bühnenneuling Stefan Mann ohne sichtbares Lampenfieber präsentierte.
Gunter Fries sah als Sherlock Holmes derweil den Pleitegeier über der Dieburg kreisen: „Weg – sind Windelsäck“ – so kurz und treffend können Reime sein. „Ja, so manches sieht man nur, wenn man genau verfolgt die Spur“, meinte Detektiv Fries. Ein Vortrag weniger zum Grölen, aber voller präzise beobachteter Dieburger Begebenheiten, die Fries klar und scharf in Worte goss.
Keinen Hehl machte danach Thorsten Bembi Stemmler daraus, dass für Männer Fußball besser als Sex sei. Denn da seien „die Bälle wenigstens noch echt“. Am Ende bekamen von DJKler Stemmler nicht nur die Hassia, sondern auch die eigenen Vereinsleute ihr Fett weg.
Nach wirbelnden Worten standen wieder wirbelnde Beine auf dem Programm: Das Hofballett zeigte unter der Leitung von Annika Fink und Lena Göbel einen fesselnden Tanz als „Queens of Rock“, toppten das in Halbzeit zwei gar noch als „Cats“. „Über den Wolken“ unterhielten sich anschließend Bernd Schneider und Torsten Setzer, wobei das Publikum wegen Anmut und Kostüm bei Setzer auch herzlich einen der wenigen Textaussetzer durchgehen ließ. Spätestens, als Setzer die Zimmner aufs Korn nahm, die nachts zur Sonne flögen, um sich nicht zu verbrennen, hatte er das bunte Volk in der Hall wieder auf seiner Seite.
Als Bereicherung entpuppten sich die beiden Neulinge Sabrina Brandt und Nina Grimm, die zwei „Jagdausübungberechtigte“ spielten. Die „Äla-
Mit „Alice im Äla-
Die Stimmung auf dem Höhepunkt sollte unter dem in Halbzeit zwei begeistert mitmachenden Publikum nicht mehr abreißen. Ann-
Bei den beiden „Universalgenies“ Matthias Sahm und Bernd Stenner gab’s sogar noch Erstaunliches zu lernen. Vor allem aber erhielten beide zum Abschluss ihrer Nummer reichlich närrische Verstärkung, die Bühne und Saal bis auf den letzten Platz belebte: Die „Dibboijer Philharmonie“ unter Leitung von Klaus Becker, kann zwar keine Geige spielen; doch niemand tut schöner, als ob er es könnte.
In gewohnter Manier verwöhnten anschließend Klaus Gottwald und Jürgen Schaarvogel („Eine Erektion ist wie ein Stuhl von Ikea – da denkste immer, hoffentlich hält er fünf Minuten“) die Ohren und die „Heihupper“ die Augen der Gäste. Letztmals zeichneten Birgit und Hans-
Schöner als im großen Finale mit den Liedern der „Äla-
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