13024.08.09|Dieburg|Dieburg|
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Dieburg - Als das Dröhnen immer stärker wird, die heiße Luft zu vibrieren scheint und es dem wortgewaltigen Moderator Walter Herold am Start sogar die Sprache verschlägt, ist es da, das Dreiecksrenn-Fieber. ++Fotostrecken++Video++Von Lisa Hager

© Scholze
Dieburgs Innenstadt wurde am Samstag zum Motodrom: Die Renngespanne zeigten spektakuläre Einlagen.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Ältere Dieburger kennen das Gefühl noch gut. „Das vergisst man nicht“, sagt Wolfgang Fach aus der Schillerstraße. Als Vierzehnjähriger stand er schon genauso an der Strecke, um die tollkühnen Kerle auf ihren heißen Öfen zu bewundern. Rund 15- bis 20 000 Zuschauer sind es, die am Samstag die „bebende Legende“ erleben. Und das zweite Revival des Dieburger Dreiecksrennens wird ein sensationeller Erfolg.
„Es war rundum großartig, ich bin noch ganz im Taumel“, sagt Uwe Schott, einer der Organisatoren. Viele der Fahrer hätten sich mit Handschlag bedankt. Er selbst hat sich mit der Teilnahme einen Lebenstraum erfüllt. Zusammen mit seinem Sohn Christian hat sich der 68-Jährige eine Rennmaschine gebaut, um mit dabei zu sein. „Ich hatte fast ein bisschen Angst, die lief ganz schön schnell“, gesteht er.
Rund 150 Freiwillige waren am Samstag im Einsatz. Viele hatten sich spontan bei der IG Dreiecksrennen gemeldet und Hilfe angeboten. KVD und Prinzengarde sorgten dafür, dass die Zuschauer an den Strecke nicht hungern und dursten mussten. „Gottseidank ist es nicht so heiß wie Ende der Woche“, meint eine Zuschauerin, die sich mit Schirmmütze und Wasserflasche gegenüber der evangelischen Kirche aufgestellt hat. Die Ohrenstöpsel hält sie in der Hand. Das Rennen geht bei bestem Wetter über die Bühne, kein einziger Regentropfen versucht, die Fahrer ins Schleudern zu bringen.
Wie ein Wiesel spurtet Rennleiter Rainer Wieshoff vor der Spieß-Kreuzung auf und ab, in deren Bereich sich die meisten Zuschauer drängen. Hier gibt es schließlich die spektakulärsten Aktionen zu sehen, wenn sich die Fahrer in die Kurve zur Aschaffenburger Straße legen.
Kurz nach 15 Uhr rollen die rund 150 straßenzugelassenen Motorräder und Gespanne bis Baujahr 1976 ein, die quasi als Anheizer dienen. Der Fahrer einer NSU Quickly landet im Strohballen, steigt aber gleich wieder auf. „Das war zu quickly“, kommentiert ein Zuschauer. Ein besonders eleganter Fahrer in Anzug und Lederhelm steigt kurz ab, um der Dame seines Herzens hinterm Absperrband eine rote Rose zu überreichen. Hin und wieder muss Rennleiter Wieshoff Hand anlegen und Oldtimer ins Rollen bringen.
Plötzlich wird das Rennen abgebrochen: Ein 78-jähriger Fahrer ist ausgerutscht, er bleibt - außer einer kleinen Abschürfung - unverletzt. „Seine Hinterradbremse hat versagt, er war nicht zu schnell, obwohl der Mann sogar Willi Bleifuß heißt“, erklärt Uwe Schott später. Die Maschine hat keinen Kratzer abbekommen: gute Vorkriegsware. Es bleibt der einzige kleine Zwischenfall. Die Strecke erweist sich als hervorragend abgesichert und wird von den Fahrern sehr gelobt.

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