Dieburg - Mit dem Sommernachtstraum hat Shakespeare ein unsterbliches Panorama der Irrungen und Wirrungen der Liebe geschaffen. Zeit und Raum, Sinnliches und Übersinnliches durchdringen sich, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen.

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Das Dieburger Schloss Fechenbach empfiehlt sich als großartige Kulisse das Freiluft-Schauspiels nach Shakespeare.
Dieses Tableau bietet die ideale Grundlage, behinderte und nicht behinderte Menschen verschiedenster Altersklassen in ein gemeinsames künstlerisches Projekt einzubinden.
Am Freitag, 17. und Samstag, 18. Juni, wird der „Sommernachtstraum“ nach Shakespeare unter freiem Himmel vor dem Schloss Fechenbach in Dieburg und am 22. und 23. Juni im Prinz-Georg-Garten in Darmstadt aufgeführt. Die Theateraufführung ist in vielfacher Hinsicht besonders und bemerkenswert:
Seit Herbst vergangenen Jahres proben die Theatergruppe der Lebenshilfe Dieburg, „DieBurgis“ und zwei Ensembles des Theaterlabors Darmstadt, das „Junge Labor“ und das „Labor 55 plus“ miteinander. So ist ein Theaterstück mit zwölf Menschen mit Behinderungen, Jugendlichen verschiedener Nationalitäten und Menschen ab 55 Jahren entstanden, das nach dem Prinzip der Inklusion gestaltet ist.
Bereits seit 14 Jahren gibt es bei der Lebenshilfe Dieburg eine Gruppe, die vorwiegend traditionelle Märchen einstudiert und aufführt. „Vor einem Jahr konnten wir das Theaterlabor Darmstadt für die Arbeit mit unserer Theatergruppe gewinnen“, erläutert Christine Ortwein-Kartmann von der Dieburger Lebenshilfe. „Schnell war die Idee eines integrativen Theaterprojektes entwickelt.“ Das Dieburger Ensemble nennt sich seither „Das Theaterlabor DieBurgis“.
Die künstlerische Erarbeitung und Aufführung des Theaterstücks „Ein Sommernachtstraum“ bietet die ideale Grundlage, behinderte und nicht behinderte Menschen verschiedenster Altersklassen in ein gemeinsames künstlerisches Projekt einzubinden. Die Zuschauer können bei den Aufführungen erleben, dass Inklusion machbar ist und diese Erfahrung mit in ihren Alltag nehmen - denn Inklusion ist weit mehr als Integration.
„Wir versuchen, während des einjährigen Probenprozesses möglichst viele Ideen der Beteiligten aufzugreifen und zu einem Ganzen zusammenzuführen“, sagt Max Augenfeld. Dadurch werde die Grenze zwischen behindert und nicht behindert, zwischen jung und alt, zwischen national und international aufgehoben. Der Einzelne mit seiner Phantasie und seiner jeweiligen Individualität steht im Vordergrund.
Während üblicherweise bei einem Szenenwechsel das Bühnenbild umgebaut wird, ziehen beim Projekt „Sommernachtstraum“ die Zuschauer gemeinsam mit den Darstellern an einen anderen Aufführungsort um. Als mobile Sitzgelegenheit erhalten die Zuschauer leichtgewichtige Papphocker. Alle hoffen auf schönes Wetter - falls es leider doch regnen sollte, sind entsprechende Ausweichmöglichkeiten vorhanden. Pro Aufführung ist Platz für 150 Zuschauer in Dieburg und 100 in Darmstadt.
Um ein Projekt dieser Größe stemmen zu können, sind viele Unterstützer erforderlich. Um das Budget für das professionelle Theaterteam, die Mitarbeiterin für Musik und Musikpädagogik, Kostüme, Bühnenbild, Technik, Aufbau und Werbung oder für die Fahrten zu den regelmäßigen Proben und die Betreuung der behinderten Schauspieler finanzieren zu können, waren allerdings großzügige Sponsoren erforderlich.
Auch Brigitte Zypries spendete spontan das Honorar eines Vortrags. Die frühere Bundesjustizministerin hat zusammen mit Dieburgs Bürgermeister Dr. Werner Thomas die Schirmherrschaft übernommen.
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