Frankfurt - Die Zunahme des Fluglärms rings um den Frankfurter Flughafen ist eines der bestimmenden Themen in der Rhein-Main-Region. Diese Lärmbelastung zu mindern ist das Anliegen vieler in Bürgerinitiativen organisierter Betroffener. Von Christian Riethmüller

© dpa
Der Protest gegen den Fluglärm trieb am Montagabend wieder Tausende ins Terminal 1 des Frankfurter Flughafens.
Aber auch die hessische Landesregierung hat auf die Proteste wütender Bürger reagiert und die Vertreter des Flughafens, der Fluggesellschaften und der Deutschen Flugsicherung (DFS) aufgefordert, Maßnahmen zur Lärmreduzierung zu ergreifen. Auf einem für den 8. Februar geplanten Fluglärmgipfel sollen diese Maßnahmen vorgestellt werden. Wie Dieter Kaden, Vorsitzender der DFS-Geschäftsführung, gestern bei einem Pressegespräch am Flughafen sagte, ist bei diesem Gipfel mit der Vorstellung von bis zu zehn Optimierungsmöglichkeiten zum weniger lärmigen Betrieb des Flughafens zu rechnen.
Ob diese angestrebten Optimierungen aber tatsächlich eine Verbesserung der derzeitigen Situation mit sich bringen, müssen wohl erst die Tests ergeben. So berichtete Andre Biestmann, oberster Flugroutenplaner bei der DFS, gestern zwar von Fortschritten im Kampf gegen den Fluglärm, beschrieb aber auch die vielen Schwierigkeiten und Herausforderungen, die mit den Methoden des aktiven Schallschutzes im engen Luftraum über Rhein-Main einhergehen. Durch diesen Luftraum schwirren nicht nur die Flugzeuge, die Frankfurt als Ziel oder Startpunkt haben, sondern auch der Luftverkehr für andere Flughäfen wie Brüssel, Prag, Köln und Düsseldorf, vom eher noch zunehmenden Betrieb am US-Militärflugplatz Wiesbaden-Erbenheim ganz zu schweigen.
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Eine weitere Möglichkeit, die Lärmbelastung zu mindern, ist eine Anhebung der Flughöhen, auf denen die Flieger im Gegenanflug die beiden Landebahnen ansteuern. Im Norden gilt hier derzeit eine Flughöhe von 5000 Fuß und im Süden von 4000 Fuß. Diese Flughöhen sollen jeweils um 1000 Fuß (etwa 300 Meter) angehoben werden, was vor allem eine Lärmentlastung für die Kommunen im Norden und im Süden des Flughafens brächte. Dieses Verfahren könnte ab August umgesetzt werden, sagte Biestmann. Allerdings müsse erst noch geprüft werden, wie dieses Verfahren mit dem bestehenden Instrumentenlandesystem (ILS) zu bewerkstelligen ist.
Noch nicht ausgelegt ist das ILS auf einen weiter östlich als heute liegenden Punkt, wo die im Landeanflug befindlichen Maschinen vom System übernommen werden. Hier seien die Ingenieure gefragt, einen weiter reichenden Leitstrahl zu entwickeln, sagte Biestmann, der gleichwohl ankündigte, dass ab Oktober ein steilerer Anflugwinkel auf die neue Landebahn Nordwest getestet werden soll. International ist ein Höchstwinkel von 3,0 Gad vorgeschrieben, der für den Flughafen Frankfurt nun mit einer Ausnahmegenehmigung auf 3,2 Grad angehoben wird. Dieser steilere Anflugwinkel ist die einzige Schallschutzmaßnahme, die auch die Anwohner im unmittelbaren Bereich des Endanflugs vom Lärm entlastet.
Weiter ist die DFS bei der Optimierung des Abflugverfahrens. Die engere Bündelung der Abflüge über die neue Südumfliegung entlastet Kommunen wie Flörsheim und Hochheim. Mehr als 90 Prozent der Flugzeuge würden mittlerweile die vorgegebene Abfluglinie einhalten, hieß es seitens der Flugsicherung.
Quelle: op-online.de


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