Lettische Virtuosen in Offenbachs Johanneskirche

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    • 23.02.10
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Musikalische Höhenflüge

Offenbach - Virtuos agierten deutsch-lettische Nachwuchsmusiker beim Praeludium-Konzert in Offenbachs Johanneskirche: die aus Riga stammende 20-jährige Geigerin Paula Sumane wie die ein Jahr ältere Bratschistin Jevgenija Frolova, beide ebenso mit Preisen überhäuft wie der 22-jährige Freiburger Pianist Moye Kolodin. Von Reinhold Gries

© Martina-Taylor / Pixelio

Virtuos agierten deutsch-lettische Nachwuchsmusiker beim Praeludium- Konzert in Offenbachs Johanneskirche.

Kolodin begann den Kammermusikreigen mit Robert Schumanns „Sinfonischen Etüden“ op. 13 in C-Dur. Dem einfallsreichen Variationenzyklus verlieh er auf dem romantisch gestimmten Konzertflügel Charakter und Glanz. In höchster Anschlagskultur wechselte er von Lyrischem und tief Empfundenem zu Dramatischem und Spannungsvollem.

Einen ähnlichen Höhenflug startete Sumanes Violinsolo von Eugéne Ysayes Sonate Nr. 3, mit „Ballade“ umschrieben. Viel hatte ihre Geige zu erzählen, die sie mit enormer geistiger, emotionaler und körperlicher Präsenz spielte. Bis an die Grenze von Tonalität und Spielbarkeit lotete die Lettin Vollgriffigkeit und Mehrstimmigkeit aus, ohne angestrengt zu wirken. Mit geschlossenen Augen schien sie sich zuweilen hinein zu träumen.

Eine ebenso einspielreife Demonstration bot das Duo Sumane/Kolodin in Johannes Brahms’ Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier op. 100 in A-Dur. In wundervoller Abstimmung gingen sie durch das klassizistisch geformte Allegro amabile. Mal wurde das Klavier mit Einwürfen der Violine konfrontiert, dann die Violine von Einwürfen des Klaviers. Das charakteristische Triolenthema steigerten sie zu wahrhaft großem Diminuendo.

Johan Halvorsens effektreiche Bearbeitung zu Händels Cembalo-Passacaglia steigerte Sumane mit Viola-Virtuosin Frolova zur neobarocken Saiten-Performance, die sich in zahlreichen Staccati, Pizzicati und Springbögen recht weit, aber gekonnt von Händels Original entfernte. Mit überbordender Spielfreude nahmen sie sich Wolfgang Amadeus Mozarts „Sinfonia concertante“ von 1779 vor, bei der Tastenartist Kolodin den Orchesterpart auf dem Piano fast lässig absolvierte. Dieser Strom herrlichster Musik, der mit dem Brahms-Walzer in As-Dur endete, hätte eine gut gefüllte Kirche verdient gehabt.

Quelle: op-online.de

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