200 Jahre Pfarrkirche in Seligenstadt wird mit Musical gefeiert

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    • 27.08.12
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200 Jahre Pfarrkirche in Seligenstadt

Die Rettung der Basilika

Seligenstadt - Das hat es so wohl auch noch nicht gegeben: Eine katholische Gemeinde feiert den 200. Geburtstag ihrer Pfarrkirche mit einem Musical und kreiert dafür die neue Gattung „Lustical“. Von Thomas Hanel

Und: Sie bietet das eigens dafür geschaffene Spektakel in einer perfekt organisierten und musikalisch hochwertigen Open-Air-Veranstaltung an. Kulisse: Die Seligenstädter Basilika, um die es in der Aufführung geht.

Nahezu 2000 Besucher wollten sich dies bei drei Aufführungen am Wochenende nicht entgehen lassen und sie wurden nicht enttäuscht. Dekanatskantor Thomas Gabriel komponierte das knapp zweieinhalb Stunden währende Werk, Udo Sommer schrieb das Libretto und Claus Martin führte Regie, Marcus Bayer zeichnete für die Gesamtorganisation verantwortlich. Alle vier prägt eine enge Verbindung zu ihrer Kirche und der Pfarrei „Petrus und Marcellinus“.

Positiv enttäuscht

Wer von den vielen hundert Besuchern bei der Premiere des Lusticals „ Marcellinus Molitor - oder wie der Kirche im Dorf blieb“ dachte, ein sakrales und tiefgründig geistiges Musikwerk zu hören, wurde sofort enttäuscht. Positiv enttäuscht. Die nahezu 200 Mitwirkenden auf der Bühne, im Orchester und in der Organisation, Profis und Amateure, entfachten ein spritziges Feuerwerk aus Musik und Tanz, Chor und Sprache, Darstellung und Präsentation.

Erzählt wird die Geschichte, wie der findige Abt des Klosters Seligenstadt und die Bürger ihre Kirche vor den Auswüchsen der Säkularisierung retten. Ein bisschen Romantik, ein wenig Frivolität – all dies wird in die Geschichte eingebaut. Vor sparsamem Bühnenbild - der eigentliche Hintergrund der imposanten Basilika wurde so besser in Szene gesetzt - entlud sich ein musikalisches und unterhaltsames Feuerwerk. Komponist Gabriel, ohnehin bekannt als Wanderer zwischen musikalischen Welten, vereint in seiner Musik Klassik, Jazz, Pop und traditionelle Musik; das Libretto auf den Punkt, die Regie führend, aber nicht einengend. Dass auf der Bühne nahezu ausnahmslos Laien standen? Niemand hatte diesen Eindruck.

Eine zweijährige Vorbereitungszeit und eine tolle Organisation führten zu einem beeindruckenden musikalischen Erlebnis, das die vielen hundert Zuhörer mit Ovationen belohnten.

Quelle: op-online.deRubriklistenbild: © Gerd Altmann/pixelio

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