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Erstmals forscht auch eine aus Münster kommende ADS-Schülerin an der TU Darmstadt mit

Hochbegabte Abiturientin im Darmstädter Erfinderlabor

Münster/Dieburg/Darmstadt - Hochkonzentriert befüllt Michelle Lioutikov die Versuchsapparatur mit einem zähflüssigen Gel. Routiniert und präzise überwacht sie ihr Experiment. Von Sebastian Kniza

Fingerspitzengefühl und Konzentration braucht man hier: ADS-Schülerin Michelle Lioutikov aus Münster bei einer Gel-Elektrophorese.

© Kniza

Fingerspitzengefühl und Konzentration braucht man hier: ADS-Schülerin Michelle Lioutikov aus Münster bei einer Gel-Elektrophorese.

Sie zieht die Einsätze der Apparatur in eine bestimmte Position und bemerkt erleichtert, dass ihre Forschungsarbeit einwandfrei funktioniert.

Sie hat gerade das geschafft, wozu so mancher „alte Hase“ unter den Wissenschaftlern etwas Zeit braucht. Sie realisierte bei ihrer Gruppenarbeit im Erfinderlabor am Fachbereich Biologie der Technischen Universität Darmstadt eine sogenannte Gel-Elektrophorese. „Damit können wir die DNA von den Versuchspflanzen, wie hier bei Tabakpflanzen und Zwiebelschalen, näher bestimmen“, erklärt die angehende Wissenschaftlerin.

Spitzenleistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern

Die 18-jährige Abiturientin der Dieburger Alfred-Delp-Schule gehört zu den hessenweit ausgewählten hochbegabten Schülern, die am jährlichen Erfinderlabor unter dem Motto „Faszination Biotechnologie“ an der TU Darmstadt ihren Forscherdrang vertiefen dürfen. Michelle aus Münster ist bislang die einzige Schülerin der Alfred-Delp-Schule, die hier teilnimmt. Nicht von ungefähr kommen ihre Spitzenleistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern. Ihre Geschwister und ihre Eltern haben die Leidenschaft für die naturwissenschaftliche Neugier begründet. Selbstverständlich heißen ihre Leistungskurse Chemie und Mathematik.

Das Erforschen und Vertiefen von neuen Fragestellungen, das Arbeiten mit anderen Schülern in der Gruppe und das gemeinsame Diskutieren von Forschungsergebnissen ist genau das Richtige für Michelle. „Ich bin total zufrieden mit der Atmosphäre hier“, betont sie. „Es ist eine gute Erfahrung.“ Nebenbei können sie und ihre Forscherkollegen den Stoff gut für ihre Abiturvorbereitungen nutzen. Michelles Traumberuf ist an der Uni verortet, sie möchte Professorin werden. Die Grundlagen hierfür hat sie schon gesammelt.

Abwechslungsreiches Programm für die Teilnehmer

Organisiert wird das Erfinderlabor vom Zentrum für Chemie unter der Schirmherrschaft von Dr. Thomas Schneidermeier und Dr. Margit Knauer, die die Schüler und mitwirkenden Dozenten vor Ort betreuen. Weitere Koorperationspartner sind die TU Darmstadt, das Hessische Kultusministerium, das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung und der Verband der Chemischen Industrie Hessen.

Neben der Arbeit im Labor gibt es ein abwechslungsreiches Programm für die Schüler. An zwei Tagen sind sie zu Gast bei dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck sowie dem Zwingenberger Biotechnologiekonzern BRAIN, wo Kontakte zur Industrie hergestellt werden können.

Um nach der anstrengenden Forschungsarbeit so richtig abschalten zu können, sorgt das maritime Ambiente der Darmstädter Jugendherberge am Woog für Entspannung. Dort wohnen die Nachwuchs-Naturwissenschaftler während ihres forschenden Aufenthalts.

„Die Schüler sind wissbegieriger als manche Studenten hier“

Am Ende der Woche präsentieren sie ihre Ergebnisse vor Publikum und „verteidigen“ ihre Forschung, genau wie es die „alten Hasen“ im akademischen Betrieb auch machen.

„Die Schüler sind motivierter und wissbegieriger als manche Studenten hier“, lobt die Dekanin des Fachbereichs Biologie, Prof. Dr. Felicitas Pfeifer, die „Erfinderlaboranten“. Wissen, warum etwas wie funktioniert - das ist die Aufgabe von Biologen, das soll den Schülern vermittelt werden soll. Außerdem sind das Arbeiten in Gruppen, das Interesse an Naturwissenschaften und sehr gute schulische Leistungen die Voraussetzung für die Teilnahme am Erfinderlabor.

Experimentieren in Teams und die kreative Entwicklung von Forschungsideen sind die Triebfedern für die jungen, neugierigen Teilnehmer.

Quelle: op-online.de

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