Münster „Mehr Sicherheit für die Bürger“, so lautete im Jahr 2007 das Motto zur Einführung des Freiwilligen Polizeidienstes in Münster. Von Jasmin Frank

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Damit die Grünstreifen der Gemeinde, wie hier am Friedhof, nicht zur Hundetoilette mutieren, hat der Freiwillige Polizeidienst immer Hundekotbeutel mit dabei.
Damals waren zehn Personen gesucht worden, die ehrenamtlich auf den örtlichen Straßen Präsenz zeigen, um die objektive und subjektive Sicherheitslage in Münster zu verbessern. Doch auf der letzten Gemeindevertretersitzung fragte die Opposition nach, was das Projekt denn bislang gebracht habe und ob es nicht sinnvoller sei, für die etwa 18.000 Euro, die der Gemeindekasse in Folge der Aufwandsentschädigung für die freiwilligen Helfer entstünden, einen Streetworker einzusetzen.
„Natürlich können wir weder hier auf der Gemeinde noch bei der Polizei ganz konkret beziffern, wie viel Nutzen der Freiwillige Polizeidienst in Zahlen bringt. Doch über jeden Streifengang wird ein Bericht verfasst, aus dem sich einiges entnehmen lässt“, erläuterte Fachbereichsleiter Klaus Dony. Bevor die Teilnehmer des Freiwilligen Polizeidienstes jedoch losziehen können, erfolgt ein Einstellungsverfahren mit konkreten Vorgaben, die Klaus Pauls, Dienststellenleiter der für Münster zuständigen Dieburger Polizeistation, erläutert: „Die Personen müssen zwischen 18 und 65 Jahren alt und dazu in der Lage sein, die übertragenen Aufgaben zu erfüllen. Sie benötigen einen Schulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung, müssen die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen und nach ihrer Gesamtpersönlichkeit geeignet erscheinen, die Aufgaben des Freiwilligen Polizeidienstes zu erfüllen, zudem müssen sie ein Führungszeugnis vorlegen können.“
Wer genommen wird, durchläuft eine 50-stündige Ausbildung, in der Kenntnisse über öffentliche Sicherheit und Ordnung, Straf- und Verfahrensrecht, Bürgerliches Recht, Eingriffsbefugnisse und Beamtenrecht ebenso thematisiert werden, wie Verhaltensregeln, insbesondere Konfliktvermeidung und Gesprächsführung sowie Grundsätze der Eigensicherung und Erste-Hilfe-Maßnahmen. Von Anfang an in Münster mit dabei ist Erwin Höhr, der vielfältige Gründe für sein Engagement nennt: „Als ich noch ein Kind war, gab es in meiner Heimatstadt einen Schutzmann, der für uns der Ansprechpartner war und der ein Gefühl von Sicherheit vermittelte. Eine ähnliche Funktion haben wir auch: Wir schauen nach, ob alles in Ordnung ist, und sind für die Menschen da.“
Die Kollegen haben auf ihrer Streife auch immer informative Broschüren dabei und verteilen Kotbeutel an Hundehalter. „Wir können im Ergebnis sagen, dass schon vieles durch unseren Einsatz besser geworden ist: Haben wir früher an einem einzigen Tag 17 unbeleuchtete Räder festgestellt, so sind es jetzt nur noch drei oder vier. Auch die Grünstreifen bleiben frei von Kot, seitdem wir die Beutel verteilen“, erklärt Heckwolf.
Die beiden sind sich einig, dass die sieben Euro Aufwandsentschädigung, die sie pro Stunde erhalten, zwar ein schöne Anerkennung sind, aber nicht den Ausschlag geben, ein solches Amt anzutreten. „Wir wollen für unsere Mitbürger da sein, und dass das funktioniert, merken wir an der positiven Resonanz: Immer wieder bedanken sich die Menschen bei uns“, freut sich Höhr.
Auch Gemeinde und Polizei bewerten das Projekt positiv, doch Höhr und Heckwolf finden auch: „Ein Streetworker wäre natürlich eine gute Sache, allerdings zusätzlich zu unserem Dienst, denn wir sind ja nicht nur für die Jugendlichen, sondern für alle Bürger da.“
Und schon geht es weiter, zu Fuß durch Münster, mit einem wachsamen Blick für Fahrradlichter, Hundekot, defekte Einrichtungen und zugewachsene Verkehrsschilder. Über weitere Mitstreiter würden sich nicht nur die beiden Streifengänger, sondern auch Polizei und Gemeinde freuen.
Quelle: op-online.de


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