Superbanner

Athen: Straßenschlacht wegen Sparprogramm in Griechenland

Athen: Straßenschlacht wegen Sparprogramm

111.03.10|Politik|Politik|
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Athen: Straßenschlacht wegen Sparprogramm

Athen - In Griechenland sind die Proteste gegen das Sparprogramm der Regierung eskaliert. Sehen Sie die schockierenden Bilder der brutalen Auseinandersetzungen.

© AP

In Griechenland sind die Proteste gegen das Sparprogramm der Regierung eskaliert.  Vermummte zünden in Athen ein Auto an.

Am zweiten landesweiten Streiktag binnen einer Woche kam es am Donnerstag zu Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei. Vermummte griffen Polizisten an, warfen sie von ihren Motorrädern, schlugen und traten auf sie ein. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Rauchbomben gegen Brandsätze und Steine ein. Mindestens zwölf Personen wurden festgenommen, zwei Polizisten verletzt. Auch in Thessaloniki, der zweitgrößten griechischen Stadt, kam es zu Zusammenstößen.

Der Streik legte das öffentliche Leben abermals lahm. Neben Angestellten im öffentlichen Dienst beteiligten sich auch Ärzte, Bankangestellte und Journalisten. Behörden und Schulen blieben geschlossen, Krankenhäuser arbeiteten nur mit Notbesetzung. Flüge wurden gestrichen, es fuhren weder Züge noch Fähren, in Radio und Fernsehen liefen keine Nachrichten. Gerade die unteren Einkommensschichten fühlen sich durch Steuererhöhungen und Gehaltskürzungen stranguliert.

Athen: Gewalt auf den Straßen

zurück

vor

Doch wegen der enormen Staatsverschuldung steht die Regierung mit dem Rücken zur Wand: Um sich frisches Geld an den Kapitalmärkten zu leihen, muss Athen immer höhere Zinsen und Risikoprämien zahlen. Institutionen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) müssten jetzt einspringen, um Griechenland aus diesem Teufelskreis zu befreien, forderte der stellvertretende Ministerpräsident Theodoros Pangalos am Mittwochabend. “Wenn es ungerechtfertigte Spekulationsangriffe auf unsere Anleihen gibt, wollen wir, dass eine dieser Institutionen kommt und sagt: 'Seht, ich bin da, und ich kaufe die Anleihen zu diesem Preis und mit diesen Zinsen'“, sagte er dem Sender Mega TV.

"Krieg dem Kreig"

Bei der größten Demonstration zogen mehrere zehntausend Menschen durch die Innenstadt von Athen. Sie riefen “Kein Opfer mehr für die Plutokratie“ und “Keine Opfer mehr. Krieg dem Krieg“. Vor dem Parlamentsgebäude schleuderten mehrere hundert schwarz gekleidete Autonome Steine und Molotow-Cocktails und besprühten Bereitschaftspolizisten mit brauner Farbe. Eine Gruppe schlug mit Vorschlaghammern die Scheiben von Banken, Juwelieren, anderen Geschäften und eines Kinos ein. Die Ladenbesitzer ließen eiligst die Rollläden herunter, Geschäftsleute mit vom Tränengas geröteten Augen brachten sich verängstigt in Sicherheit. Die Polizei versprühte reichlich Tränengas. Auch nach dem offiziellen Ende der Demonstration ging die Straßenschlacht an anderen Plätzen weiter.

“Die Wirtschaft wird eingefroren“

Auch in Thessaloniki kam es am Rande einer Demonstration mit rund 14.000 Menschen zu Ausschreitungen. In Athen hielten Mitarbeiter der Sicherheitskräfte, der Feuerwehr und der Küstenwache eine Protestkundgebung gegen das Sanierungsprogramm ab. Eine Beteiligung am Streik ist ihnen untersagt. Die EU, Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere europäische Regierungschefs haben das verschärfte Sparprogramm von Regierungschef Georgios Papandreou gelobt. Es hat einen Umfang von 4,8 Milliarden Euro und soll das Vertrauen der Märkte zurückerobern und das Haushaltsdefizit in einem Jahr um vier Prozentpunkte vermindern. Erreicht werden soll dies unter anderem mit Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst von rund acht Prozent sowie eine Erhöhung der Verbrauchssteuern. “Sie wollen, dass die Arbeitnehmer den Preis für diese Krise bezahlen“, kritisierte der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes GSEE, Jannis Panagopoulos. “Diese Maßnahmen wirken nicht, sie werden die Wirtschaft einfrieren.“

apn

zurück zur Übersicht: Politik

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

  • BlinkList
  • del.icio.us
  • Folkd
  • Furl
  • Google
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • oneview
  • Yahoo MyWeb
  • YiGG
  • Webnews
Diese Seite bookmarken bei...

Kommentare

37.97918,23.716647

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

  • Meist gelesene Artikel
  • Themen

Merkel gegen Euro-Austritt Griechenlands

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich klar gegen einen Euro-Austritt Griechenlands geäußert. Reformen ließen sich jedoch nicht umgehen.Mehr...

Neue Vorwürfe gegen Wulff - mit pikantem Detail

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff sieht sich weiteren Vorwürfen ausgesetzt. Die Ungereimtheiten reichen ins Jahr 2007 zurück: Es gibt ein pikantes Detail.Mehr...

Mini-Comeback für Lindner bei der FDP

Berlin - Im Dezember vergangenen Jahres war er völlig überraschend zurückgetreten, jetzt hat der Ex-FDP-Generalsekretär Christian Lindner einen neuen Job bei den Liberalen.Mehr...

Kontakt zur Zeitung

Kontakt zum Dieburger Anzeiger

Sie haben Fragen zu einem Artikel, zum Abo oder zu Online- oder Print-Anzeigenpreisen? Hier finden Sie Ihre Ansprechpartner für

Artikel lizenziert durch © da-imnetz
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.da-imnetz.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper