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Mutmaßlicher Wikileaks-Informant Manning muss vor Militärgericht

Mutmaßlicher Wikileaks-Informant Manning muss vor Militärgericht

Washington - Es soll sich um den schwersten Geheimnisverrat in der US-Geschichte handeln. Abertausende Dokumente soll der Soldat Manning an Wikileaks weitergereicht haben.

© dpa

Bradley Manning

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning muss sich vor einem US-Militärgericht verantworten. Dem Soldaten wird vorgeworfen, über 700 000 größtenteils geheime Dokumente an die Internet-Plattform Wikileaks weitergegeben zu haben. Dem 24-Jährigen werden "Unterstützung des Feindes" sowie zahlreiche weitere Anklagepunkte vorgehalten. Dafür könnte er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden, wie die US-Armee am Freitag (Ortszeit) mitteilte.

Die "Washington Post" sprach am Samstag vom schwersten Fall von Geheimnisverrat in der amerikanischen Geschichte. Wikileaks hatte 2010 und 2011 detaillierte Informationen über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie unzählige Diplomatendepeschen via Internet öffentlich gemacht - was für die USA eine schwere Blamage bedeutete.

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Alle von der Staatsanwaltschaft vorgebrachten Anklagepunkte würden an das Militärgericht überwiesen, teilte Generalmajor Michael Linnington weiter mit. Unklar ist, wann das Verfahren beginnen soll.

Bei einer Anhörung vor einigen Wochen hatte die Verteidigung bereits zur Milde aufgerufen. Durch die Enthüllungen sei kein Schaden entstanden. 30 Jahre Haft für den Obergefreiten seien daher angemessen.

Dagegen hatte die Anklagebehörde den Standpunkt vertreten, es gebe erdrückende Beweise, dass der Geheimdienst-Analyst Manning während seines Einsatzes im Irak "konstant, bewusst und methodisch" interne Dokumente aus regierungseigenen US-Computern gezogen habe.

Schon vor Beginn des Verfahrens hatten Unterstützer für Manning mobilisiert. Das "Bradley Manning Support Network" setzt sich etwa für bessere Haftbedingungen für den 24-Jährigen ein. Die deutsche Schriftstellervereinigung PEN dankte ihm demonstrativ "für den Verrat unwürdiger Geheimnisse".

dpa

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