Frankfurter Taxifahrer wollen sich mittels Videoüberwachung vor Kriminellen wappnen

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    • 02.08.12
    • Rhein-Main
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Videoüberwachung in Taxis

Kameras gegen Kriminelle

Frankfurt/Wiesbaden - Frankfurter Taxifahrer wollen sich mittels Videoüberwachung vor Kriminellen wappnen. Der Datenschutz hält diese Kontrolle für Legitim, doch nicht alle hessischen Großstädte sind damit einverstanden.

Taxi

© dpa

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Frankfurter Taxifahrer wollen sich mit Kameras gegen Kriminelle wappnen. „Wir sind mit einigen Firmen in Kontakt und warten auf ein Angebot“, sagte der zweite Vorsitzende der Taxi-Vereinigung Frankfurt, Kudilay Cugali. Er rechne mit Kosten von 700 bis 900 Euro pro Gerät. „Wir brauchen das Vier-Augen-Prinzip - außen wie innen.“ Die Bilder müssten aber wegen des Datenschutzes verpixelt und der Ton verzerrt sein. „Am besten kommt dann nur der Staatsanwalt dran. “ Längst nicht alle Taxifahrer in Frankfurt halten das aber für sinnvoll und viele Kollegen außerhalb der Stadt schon gar nicht.

Für Taxifahrer, die nachts fahren, seien Kameras eine gute Idee, findet der Frankfurter Fahrer Amin Karimi. „Für Tagfahrer gibt es aber keine Probleme mit der Sicherheit.“ Sein Kollege, Ari Hasan, der im Schichtdienst arbeitet, hat schon über eine Kamera nachgedacht. „Nachts passiert öfter mal was. Ich hatte schon Jugendliche, die sind einfach abgehauen, ohne zu zahlen und ich bin hinterhergerannt.“

Kritik aus Kassel

Axel Goldbach hält dagegen nichts von den Kameras. „Damit wären nur hohe Kosten verbunden für etwas, das niemanden abschreckt“, sagt der Frankfurter, der mit seinem eigenen Auto fährt und daher die Kamera auch selbst zahlen müsste. Straftaten würden damit nicht verhindert. „Dann müssten auch alle Plätze überwacht werden. Überfälle passieren auch nicht hier, sondern dann, wenn Taxis in dunkle Ecken bestellt werden oder wenn Drogensüchtige Geld brauchen.“

Für die Kasseler Unternehmen kommt das nicht infrage. „Das bringt überhaupt nichts. Wenn einer vorhat, ein Taxi zu überfallen, wird er sich von einem Video nicht abhalten lassen“, sagte der Geschäftsführer der Taxi-Service-Zentrale, Rolf Freudenstein. Für sein Unternehmen sei die Technik nicht interessant. „Wir haben in 30 Jahren einen Überfall gehabt.“

Datenschutzrechtlich ist es legitim

Aus der Sicht des Datenschutzes sind Überwachungskameras in Taxis kein Tabu. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man das datenschutzrechtlich lösen kann“, sagte der Verkehrsreferent beim Hessischen Datenschutzbeauftragten, Alfons Schranz, in Wiesbaden zu den Plänen. Dazu gehöre neben einer schnellen Löschung der Daten auch, dass die Fahrgäste genau informiert werden. Die Taxifahrer müssten jetzt erstmal vorlegen, was sie genau machen wollen.

Die Gewerkschaft Verdi hält den Vorstoß grundsätzlich auch für legitim. „Das Schutzbedürfnis ist nicht zu unterschätzen“, sagt Beatix Müller von der Dienstleistungsgewerkschaft. Allerdings müsse der Betriebsrat mit einbezogen werden und die Kameras dürften keinesfalls zur Kontrolle der Fahrern eingesetzt werden.

Von Überfällen bis Mord ist alles schon vorgekommen

Die Häufigkeit der Überfälle sei zwar mit der Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs spürbar zurückgegangen, sagte Schmidt. „Aber die Einzelfälle sind oft sehr schlimm. Das kann bis zum Mord gehen.“ Das Landeskriminalamt (LKA) registrierte im vergangenen Jahr 16 Überfälle auf Taxifahrer - mehr als jeder zweite sei aufgeklärt worden, sagte LKA-Sprecher Udo Bühler.

2010 wurden 27 Fahrer überfallen. Kleinere Delikte - wie Portemonnaie- oder Handy-Diebstähle - gibt es nach Einschätzung von Cugali von der Taxi-Vereinigung aber fast jedes Wochenende in Frankfurt und Umgebung. „Viele behalten das für sich.“

Die meisten Taxis seien schon jetzt über GPS abgesichert, sagte Schmidt. „In den Zentralen sehen sie die Fahrzeuge durch die Gegend fahren - je nach Einstellung auf 30 bis 100 Meter genau.“ Einige Fahrer verfügten auch über einen stummen Alarm, der es der Zentrale in Gefahrensituationen ermögliche, das Gespräch mit einem Fahrgast unbemerkt mitzuhören. Zugleich bezahlten immer mehr Gäste bargeldlos. „Der Tag wird kommen, an dem der Fahrgast nur noch einen PIN eingibt.“ dpa

Quelle: op-online.de

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