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Geplante Genossenschaft in Rodgau will mit Solardach auf dem Feuerwehrhaus starten

Bürger nehmen Energiewende in die Hand

Rodgau (eh) - Das Internationale Jahr der Genossenschaften strahlt auch auf Rodgau aus. Am Donnerstag, 1. März, will sich im Rathaus eine Bürger-Energiegenossenschaft Rodgau (BEGRO) gründen, um erneuerbare Energien voranzubringen.

Das erste Projekt ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Feuerwehrhauses Süd.

Eine Gruppe an Bürgern um Franz Dürsch und Reinhard Seyer hat seit Herbst die Gründung der Energiegenossenschaft vorbereitet. Mitglied kann jeder werden, der einen oder mehrere Anteile erwirbt. Damit sich eine breite Öffentlichkeit beteiligen kann, soll ein Anteil lediglich 100 Euro kosten.

Für das Feuerwehrdach werden rund 100.000 Euro benötigt. Die Gründer sind zuversichtlich, so viel Geld zusammenzubekommen. Bei zwei Informationsveranstaltungen im Herbst hatten zahlreiche Bürger unverbindlich ihr Interesse bekundet. „Da kamen wir auf einen Betrag, der weitaus höher war“, berichtet Volker Feldmann von der Gründungsinitiative. Im günstigsten Fall könne die Anlage auf dem Feuerwehrdach bereits im April den ersten Strom liefern. In Zukunft wolle die BEGRO nicht nur öffentliche, sondern auch private Gebäude bestücken. Feldmann: „Da gibt’s so viele schöne Dächer in Rodgau.“

Die ökologischen und ökonomischen Vorteile sollen in Rodgau bleiben

Nach intensiven Beratungen hat sich die Gründergruppe für die Rechtsform einer Genossenschaft entschieden. „Das ist die rechtlich sauberste und sicherste Methode“, so Volker Feldmann. Der Genossenschaftsverband in Neu-Isenburg habe die Initiative mit fachlichem Rat unterstützt. Sowohl eine Satzung als auch ein Geschäftsplan liegen als Entwurf vor.

Die Ergebnisse der Vorarbeiten werden am Donnerstag, 1. März, um 19 Uhr im Rathaus-Saal der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben Satzung und Geschäftsplan wird dann auch das Projekt einer Photovoltaikanlage auf dem Feuerwehrdach erläutert.

Die Bürger-Energiegenossenschaft ist ein Baustein der Energiewende. Dahinter steckt die Idee, den erneuerbaren Energien vor Ort eine Chance zu geben. Die ökologischen und ökonomischen Vorteile sollen in Rodgau bleiben.

Das politisch formulierte Ziel ist, bis zum Jahr 2020 die Zunahme an Klimagasen zu beenden und danach die Belastung der Atmosphäre bis zum Jahr 2050 auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Wer sich bereits vor der Veranstaltung „einlesen“ möchte, kann den Satzungsentwurf und den Geschäftsplan per E-Mail (buergerener gierodgau@online.de) oder per Post anfordern. Die Kontaktadresse: Bürger-Energiegenossenschaft i.G., c/o Volker Feldmann, Hans-Sachs-Straße 37, 63110 Rodgau. In jedem Fall sind Name und Anschrift anzugeben.

Nach Ansicht der BEGRO-Initiatoren ist dazu auch bürgerschaftliches Engagement gefragt. Bürger schließen sich zusammen, um dezentrale Anlagen zur Erzeugung alternativer Energien zu errichten und zu betreiben. Dadurch wollen sie dazu beitragen, dass der Umstieg auf regenerative Energieformen schneller voran kommt. Sie wollen aber auch, dass nicht nur große Konzerne die Gewinne abschöpfen und die Bürger vor Ort nur die Kosten tragen. Die Wertschöpfung soll in der Region bleiben, Steuern und Arbeitsplätze sollen der Kommune zugute kommen. Letztlich bleibt auch der Gewinn in Rodgau, nämlich bei den Mitgliedern der Genossenschaft.

Quelle: op-online.deRubriklistenbild: © dpa

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