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Smartboards ersetzen herkömmliche Tafeln

Das Ende der Kreidezeit

005.03.10|Rodgau|Rodgau|
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Artikel: Das Ende der Kreidezeit

Hainhausen ‐ Vor einem Jahr begann an der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) der Abschied von der Kreidezeit. Seither sind in den Klassensälen 36 herkömmliche Tafeln gegen elektronische Tafeln - Smartboards genannt - ausgetauscht worden. Von Bernhard Pelka

© Pelka

Nicole (11) und Trung Hieu (10) im Matheunterricht von Lehrerin Ursula Wachter-Bieri. Hier geht es ums Thema Maßstab. Am Smartboard lernen die Kinder interaktiv.

Noch sechs fehlen, dann wird die GSS die einzige weiterführende Schule im Kreis Offenbach sein, die flächendeckend die neue Technik verwendet. Diese Umstellung war mehr als bloß der Austausch von Mobiliar. Der stellvertretende Schulleiter Matthias Demeter spricht sogar von einem „pädagogischen Aufbruch“, der mit der Umrüstung einhergegangen sei.

FAKTEN

  • Die Geschwister-Scholl-Schule besuchen derzeit 700 Schüler. 52 Lehrer unterrichten sie.
  • Die ersten Smartboards wurden dort vor einem Jahr angeschafft. Weltweit sind 1,5 Millionen Klassenräume mit dieser Technik ausgestattet.
  • Der Kreis Offenbach rüstet seine Schulen - je nach Wunsch - mit zwei Systemen aus. An 72 Schulen gibt es zurzeit 127 Smartboards. Hinzu kommen (bis Sommer) 310 Activeboards an 14 weiteren Schulen.
  • Stückpreis: 4.000 Euro (inklusive Beamer).

Der Lehrer erläutert dies an einem Beispiel: In einer Klasse behandelte er Kästners Roman „Emil und die Detektive“. Das ging über die Lektüre weit hinaus. Denn das mit dem Internet und diversen Datenbanken verknüpfte Smartboard machte möglich, dass die Schüler auf ihrer modernen Tafel im Klassenraum nicht nur ein Bild des Autors sahen, sondern einen Filmausschnitt mit Kästner ansehen konnten, Informationen über Mode und Musik aus der Zeit, in der das Werk entstand abriefen, und Wissenswertes in Wort und Bild über die Orte der Handlung erfuhren. „Das Smartboard ist eine interaktive Kommunikationsebene und die Verknüpfung vom tatsächlichen Klassenzimmer mit dem virtuellen Klassenzimmer“, schwärmt Demeter.

In der Tat birgt die neue Tafel-Generation Möglichkeiten, an die Pädagogen früher nicht im Traum gedacht hätten. Natürlich kann man auf diesem Wand-PC schreiben - mit Fingern oder speziellen Stiften. Mit einem elektronischen Schwamm wird das dann weggewischt - ohne Kreidestaub, versteht sich. Fotos lassen sich mit einem Handstreich verschieben, vergrößern, verkleinern. Das selbe gilt für Tabellen.

Schüler und Lehrer sind direkt mit dem Internet verbunden. Bei Unklarheiten wird einfach im weltweiten Netz gestöbert. Zugriff besteht auch zur schuleigenen Mediathek mit Lehrfilmen. Die Fachbereiche wiederum nutzen auch spezielle Wissensdatenbanken, die sie selbst mit Material nach ihren eigenen Wünschen füttern. „Und niemand muss was aufschreiben. Wir können alles abspeichern oder ausdrucken und am nächsten Tag wieder auf den Bildschirm rufen.“

© PelkaPhysiklehrer René Fehr überträgt mit einer Kamera das Motiv auf einem Schulheft direkt aufs Smartboard.

Zugang besteht übers Smartboard auch zu einer E-Learning-Plattform, die das an der GSS eingerichtete Kompetenzzentrum IT anbietet. Schüler können darauf (sofern sie das richtige Passwort eingeben) sogar von zuhause aus Unterrichtsinhalte verfolgen, die Hausaufgaben abrufen, in den Computer eingeben und die darauf gegebenen Bewertungen abfragen. Insbesondere für Kranke ist das ein Vorteil. „Oder für Schüler bei einem Auslandsjahr. Die können von den USA aus sehen, was wir in Rodgau im Unterricht machen.“ Zahlreiche Schulen in Stadt und Kreis Offenbach sind an diese Plattform inzwischen angeschlossen.

Für das Kollegium der GSS war die einmütig beschlossene Umrüstung „ein radikaler Schnitt“, sagt der Schuldirektor. Die Kollegen seien „unterschiedlich weit auf diesem Weg“. Die Schüler finden‘s hingegen durchweg cool. Klar: sie wachsen mit Computern auf.

Quelle: op-online.de

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