Superbanner

Gemeinschaftsanlagen auf den Friedhöfen Rodgau greifen den Trend nach pflegeleichten Bestattungsformen auf

Letzte Ruhe an der Rosenmauer

Rodgau (eh) - Bagger- und Maurerarbeiten auf den Friedhöfen geben Friedhofsbesuchern Rätsel auf. „Wird das ein Teich oder was?“, fragte sich ein Leser aus Dudenhofen neulich angesichts einer kreisrunden Mulde, die sich mit Regenwasser füllte.

Rosenmauern wie hier in Weiskirchen sind auch auf dem Hainhäuser Friedhof geplant. Der Bau der fünf Gemeinschaftsgräber kostet zusammen rund 230 000 Euro, dazu kommen noch etwa 70 000 Euro für die Skulpturen. Im Sommer sollen die Anlagen fertig sein.

© Wolf, Ekkehard

Rosenmauern wie hier in Weiskirchen sind auch auf dem Hainhäuser Friedhof geplant. Der Bau der fünf Gemeinschaftsgräber kostet zusammen rund 230 000 Euro, dazu kommen noch etwa 70 000 Euro für die Skulpturen. Im Sommer sollen die Anlagen fertig sein.

Inzwischen ist der runde Platz eingeebnet, mit Steinen eingefasst und von Kreissegmenten aus rötlichem Splitt umgeben. „Das sind Vorbereitungen für eine Gemeinschaftsgrabanlage“, erklärt Sabine Fischer, Pressesprecherin der Stadtverwaltung.

Ein Bauzaun steht auch auf dem Weiskircher Friedhof. Dahinter haben Arbeiter große Natursteine zu geschwungenen Mauern aufgeschichtet. Zurzeit ruhen die Bauarbeiten. Sie sollen Mitte Januar weitergehen, wenn es das Wetter erlaubt.

Die ersten Teile eines Friedhofskonzepts

In Dudenhofen und Weiskirchen werden die ersten Teile eines Friedhofskonzepts umgesetzt, das die städtischen Gremien in den letzten Jahren beschäftigte. Für die sieben Friedhöfe in Rodgau hat das Ingenieurbüro „Plan-Rat“ aus Kassel einen Gesamtplan erarbeitet.

Dazu gehören auch neue Bestattungsformen. Vor allem pflegeleichte Gräber liegen im Trend. Auch die Urnenbeisetzung in einer Wiese oder unter einem Baum ist gefragt. Dafür sind viele Gründe denkbar. Manche Menschen wollen ihren Angehörigen die Last der Grabpflege ersparen - oder die Kinder wohnen weit weg. Auch die Vorstellung mag mitspielen, im Tod mit der Natur vereint zu sein.

59 Euro pro Jahr für ein normales Urnengrab

Gemeinschaftsanlagen wie in Dudenhofen und Weiskirchen sind auch in den anderen Stadtteilen geplant. Im Unterschied zu herkömmlichen Urnengräbern gibt es dort keine abgegrenzten Grabstellen. Namenstafeln aus Bronze oder metallene Schriftzüge auf Natursteinbändern erinnern dann an die Verstorbenen. Auf Wunsch ist auch eine anonyme möglich. Die Angehörigen müssen weder Blumen pflanzen noch gießen: Die Pflege der Anlage übernehmen die städtischen Friedhofsgärtner. Dafür bezahlen die Angehörigen mehr, nämlich 59 Euro pro Jahr statt 36 Euro für ein normales Urnengrab.

Auf dem Waldfriedhof Jügesheim und in Nieder-Roden werden neben Urnen- auch Sargbestattungen möglich sein. Im Mittelpunkt jeder Gemeinschaftsanlage steht ein Kunstwerk, das Hoffnung spenden soll. „Die Skulpturen sollen den Trauernden eine Stütze in ihrer Trauerarbeit bieten und Anregungen in den Raum stellen, aus denen sich Kraft für das Leben nach einem Trauerfall schöpfen lässt“, betonen die Friedhofsplaner aus Kassel.

Gratwanderung zwischen allen Kulturen

Konzentrische Kreise kennzeichnen die Gemeinschaftsgrabanlage in Dudenhofen.© Wolf, EkkehardKonzentrische Kreise kennzeichnen die Gemeinschaftsgrabanlage in Dudenhofen.

Für die Künstler bedeutet das eine Gratwanderung zwischen allen Kulturen: Sie müssen allgemein gültige Metaphern finden, ohne religiöse Gefühle zu verletzen. So wird in Weiskirchen ein mannshoher Sandsteinsockel errichtet, auf dem eine 80 Zentimeter große Bronzescheibe mit nach oben offenem Strahlenkranz steht. Wer mag, kann darin die Sonne oder auch die Flügel eines Engels sehen. Ein Loch in der Mitte symbolisiert den Übergang vom Leben zum Tod. Auf dem Jügesheimer Waldfriedhof wird ein kupfernes Boot mit zwei Stelen errichtet, in Nieder-Roden eine 2,50 Meter hohe Kupfersäule mit eingravierten Symbolen, in Hainhausen eine Blütenknospe aus Sandstein.

Der Friedhof Dudenhofen bekommt nach Beifall im Ortsbeirat einen zwei Meter hohen Engel aus Bronzeguss. Der Titel des Werks bemüht sich um religiöse Neutralität: „Zum Licht“. Das unterstreichen auch die Friedhofsplaner: „Der Betrachter bleibt dabei im Unklaren, ob es sich um eine irdische Figur oder um ein schwebendes, geistiges Wesen handelt.“

Quelle: op-online.de

zurück zur Übersicht: Rodgau

  • BlinkList
  • del.icio.us
  • Folkd
  • Furl
  • Google
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • oneview
  • Yahoo MyWeb
  • YiGG
  • Webnews
Diese Seite bookmarken bei...

Kommentare

Aktuelle Fotogalerien

weitere Fotogalerien:
Schafschur in Dudenhofen
Großübung der Jugendfeuerwehren
Emmausgemeinde Jügesheim führt „Die zehn Gebote“ auf

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • letzten 7 Tage
  • letzten 30 Tage
  • Themen

Unfall: Mann schwer verletzt

Rodgau (isi) - Bei einem Unfall hat sich ein Mann heute Nachmittag schwer verletzt. Mit dem Rettungshubschrauber musste der verunglückte Motorradfahrer am späten Nachmittag in die Unfallklinik nach Frankfurt geflogen werden.Mehr...

Stau

Unfall auf der A3: Zwei Personen schwer verletzt

Rodgau (dr) - Auf der Autobahn 3 ist es heute Mittag zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Die Autobahnpolizei musste zwei Fahrspuren komplett sperren.Mehr...

Autobahnausfahrt über Raststätte?

Weiskirchen (eh) - Chancen für das Gewerbegebiet Weiskirchen-Ost erhoffen sich Magistrat und Wirtschaftsförderung von den Vorschlägen des Berliner Planers Günter Baasner.Mehr...

Zum dritten Mal Europameister

Jügesheim (leo) - Lena Krawczyk und Luca Einloft von der TGM SV Jügesheim wurden in ihrer letzten Saison im Paartanz zum dritten Mal in Folge Europameister im Gardetanz Paar. Sie gehören damit zu den erfolgreichsten Tänzern in diesem Sport.Mehr...

Rhythmus aus Anspannung und Entspannung

Rodgau - Die Carl-Orff-Schule im Rodgauer Stadtteil Jügesheim ist die erste echte Ganztagsschule im Kreis Offenbach. Seit Herbst 2010 ist eine Klasse pro Jahrgang eine „echte“ Ganztagsklasse mit Anwesenheitspflicht von 8 bis 15. 30 Uhr. Von Christine ZieseckeMehr...

Viel Diskussionsstoff lieferten die Modelle der drei Preisträger.

Streit um Kirchenbau in Rollwald

Nieder-Roden/Rollwald (eh) - Wie sieht eine Kirche im 21. Jahrhundert aus? Mit dieser Frage beschäftigten sich mehr als 50 Besucher einer Gemeindeversammlung im katholischen Pfarrheim St. Matthias.Mehr...

„Explosion“ in der Chemiestunde

Nieder-Roden (eh) - Eine spektakuläre Übung absolvierten die Jugendfeuerwehren aus Rodgau, Rödermark, Dietzenbach und Heusenstamm am Samstag in der Heinrich-Böll-Schule. Das Thema: „Explosion in der Chemiestunde“.Mehr...

Elektroautos noch zu teuer

Nieder-Roden (chz) - Statt offener Cabrios gab’s unzählige Regenschirme schon bei der Eröffnung der „Auto 2012 Rodgau“, dem großen überregionalen Autoschaufenster, an das sich am Sonntag auch noch ein verkaufsoffener Sonntag anschloss.Mehr...

Opel-Testzentrum: Intelligenter Asphalt

Dudenhofen - Die größte Straßenbaustelle Rodgaus liegt mitten im Wald hinter hohen Zäunen und Bäumen: Das Herzstück des Opel-Testzentrums, die 4,8 Kilometer lange Rundbahn, wird für die Zukunft fit gemacht. Von Ekkehard WolfMehr...

Kontakt

Redaktion Dieburg
Mühlgasse 3
64807 Dieburg
Tel: 06071 82794-50
Fax: 06071 82794-55
red.dieburg@DA-imNetz.de

Redaktion Groß-Zimmerner Lokal-Anzeiger
Mühlgasse 3
64807 Dieburg
Tel: 06071 82794-53
Fax: 06071 82794-55
red.gross-zimmern@DA-imNetz.de

Artikel lizenziert durch © da-imnetz
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.da-imnetz.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper