222.12.09|Rodgau|Rodgau|
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Jügesheim (pul) ‐ Bei seiner täglichen Arbeit stellt sich Roy Hamilton-Bowen ständig die Frage nach Echtheit und Wert der ihm vorgelegten Briefmarken, Münzen und Schmuckstücke.

© Pulwey
Im Fokus: Roy Hamilton-Bowen hat Briefmarken und Münzen im Visier. Er ist bestellter und vereidigter Sachverständiger für Philatelie bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach. Zu seinen Auftraggebern zählen Sammler, Erbengemeinschaften und Versicherungsgesellschaften.
Als bestellter und vereidigter Sachverständiger für Philatelie bei der IHK Offenbach kommt ihm so mancher falscher Fuffziger in die Finger. Für Briefmarken- und Münzsammler hat der Amerikaner gute Ratschläge auf Lager. Der goldene Armreif aus einer Familienerbschaft liegt auf seinen Schreibtisch. Hamilton-Bowen fährt mit einem Abriebstein hauchdünn über das Schmuckstück. Je nach angegebenen Karat greift der Fachmann zu einem weißen Fläschchen mit der entsprechenden Säure und beobachtet die Farbveränderungen des schmalen Goldstreifens auf dem Abriebstein. Das Ergebnis überrascht den 53-Jährigen nicht. Die Angabe auf dem Armreif stimmt. Das Gold hat 14 Karat.
Aber nicht alles ist Gold was glänzt. Es waren vermutlich Betrüger, die ihm vor Wochen im Ladengeschäft in der Eisenbahnstraße gefälschte Goldmünzen anboten. Sie zeigten sich nach dem Urteil des Sachverständigen uneinsichtig. Der Fall beschäftigt nun die Kriminalpolizei.
Häufig landen Kartons mit philatelistischen und numismatischen Inhalt in der Eisenbahnstraße. Erbengemeinschaften wollen den Wert der Besonderheiten wissen. Zu den Kunden des Sachverständigen zählen auch Hausratsversicherungen, wenn Privatpersonen ihre wertvollen Sammlungen versichern möchten. Gerichte klopfen seltener an Hamilton-Bowens Tür: Die Rechtsanwälte haben die Angaben über Wertminderung durch Brand oder Wasserschäden in der Regel schon vor dem Gerichtstermin eingeholt.
Nicht nur übertriebene Reinlichkeit kann Geldwerte vernichten. Auch das Ausschneiden von Briefmarken ist zu vermeiden. Die so genannten Palmenmarken, die der im Afrika-Korps dienende Großvater eines Rodgauer Bürgers aus dem Afrika-Feldzug 1941/42 schickte, haben aufgeklebt auf dem Briefumschlag einen Katalogwert von 7.000 Euro. Nach der gut gemeinten Ablösung der Marken stehen nur noch wenige Hunderte zu Buche.
Quelle: op-online.de
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