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Gewerbe- und Logistikpark östlich von Dudenhofen wird die größte Betriebsansiedlung in Rodgau

Viele Flächen bieten Chancen

Rodgau - Der geplante Gewerbe- und Logistikpark östlich von Dudenhofen wird auf absehbare Zeit die größte Betriebsansiedlung in Rodgau – zumindest was die Ausdehnung angeht. Das neue Gewerbegebiet wird rund 230.000 Quadratmeter (23 Hektar) groß. Von Ekkehard Wolf

© Zeichnung: Stadt Rodgau

Die Verkehrsanbindung lässt keine Wünsche offen: Sechs Gewerbegebieten in Rodgau (als graue Flächen dargestellt) bieten Platz zur wirtschaftlichen Entfaltung.

Das ist fast die Hälfte aller verfügbaren Gewerbeflächen im Stadtgebiet. Die restlichen freien Grundstücke verteilen sich auf sechs Gewerbe- und Industriegebiete.

Einen Überblick über das Angebot bietet die Flächenbörse der Agentur für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing auf den Internetseiten der Stadt Rodgau. Dort sind 27,2 Hektar an Gewerbeland-Reserven aufgeführt.

Die größte zusammenhängende Fläche bietet das Gewerbegebiet Weiskirchen West. Zwischen Fegro und Autobahnmeisterei sind noch acht Hektar frei. Es gibt einen rechtskräftigen Bebauungsplan (W 18). Über die Udenhoutstraße und die Südumgehung Obertshausen (L 3117) ist man schnell auf der Autobahn. Allerdings sind Speditionen, Lkw-Abstellplätze sowie Container-Anlagen dort nicht erlaubt.

Keinen Fortschritt macht auch die Entwicklung in Weiskirchen Ost

Vor wenigen Jahren wollte ein Unternehmen zum Verleih von Baustellenbedarf nach Weiskirchen-West umziehen. Die Standorte in Dudenhofen und Jügesheim waren zu klein geworden. Grundstückseigentümer und die CDU-Stadtverordnetenfraktion wollten lieber Einkaufsmärkte ansiedeln, die aber aus Sicht der Regionalplanung nicht zulässig waren. Das Ende vom Lied: Die Ulma Betonschalungen und Gerüste GmbH zog 2009 mit rund 70 Mitarbeitern nach Rödermark. Sie investierte zehn Millionen Euro in ihre neue Deutschland-Niederlassung in Ober-Roden.

© WolfGewerbegrundstück oder Wäldchen? Nicht nur die Stadt hat Mühe, ihre Flächen an der Marie-Curie-Straße zu vermarkten.

Keinen Fortschritt macht auch die Entwicklung in Weiskirchen Ost. Zwischen dem bestehenden Gewerbegebiet und der Autobahnraststätte Süd sind noch 6,1 Hektar frei. Was dort gebaut werden darf, ist in drei verschiedenen Bebauungsplänen festgelegt. Das größte Einzelgrundstück mit 27 947 Quadratmetern liegt direkt an der Autobahn, hat aber keine eigene Ausfahrt. Die Liegenschaftsverwaltung Rosental-Gelley und Rosental-Itzhar (Frankfurt) sucht dafür seit Jahren einen Käufer.

Wie schwer Immobilien an der Boschstraße derzeit zu vermarkten sind, erlebt die Schweizer Unternehmensgruppe Wetzel. Seit dem Auszug der Wetzel Gravotechnik GmbH, eines Herstellers von Druck- und Prägewalzen, stehen Büros und Produktionsräume mit 5 700 Quadratmetern Nutzfläche leer.

Ein Sorgenkind ist das Gewerbegebiet N 27 in Nieder-Roden

Stattliche Flächenreserven von rund 4,9 Hektar bieten sich in Jügesheim Ost. 22 Grundstücke von 688 bis 7 293 Quadratmeter sind noch zu haben. Die Anbindung ans Straßennetz lässt kaum Wünsche offen.

Südlich dieses Gewerbegebiets bis zur Kreisquerverbindung sind mehr als 14 Hektar sind im Flächennutzungsplan als künftiges Gewerbeland vorgesehen. Für diese Flächen von Dudenhofen Ost gibt es noch keinen Bebauungsplan. Die Mehrheit des Stadtparlaments sieht dort den besten Standort für ein großes Einkaufszentrum. Das Parlament forderte den damaligen Bürgermeister Alois Schwab im Jahr 2009 auf, seinen politischen Einfluss in der Region geltend zu machen. Eine Markt- und Strukturuntersuchung hatte einen Bedarf von 17.700 Quadratmetern Verkaufsfläche ermittelt, davon mehr als die Hälfte „innenstadtrelevante Sortimente“ wie Lebensmittel, Bekleidung und Unterhaltungselektronik.

Ein Sorgenkind ist das Gewerbegebiet N 27 in Nieder-Roden zwischen Johanniter-Unfallhilfe und der Querspange. Dabei hat es unbestrittene Vorteile. Mit 4,6 Hektar hat es eine Größe, die viele Möglichkeiten offen lässt. Die Straßen und Versorgungsleitungen sind seit dem Jahr 2000 fertig. Über die Querspange ist man in wenigen Minuten auf der Bundesstraße 45, sogar ein Gleisanschluss steht zur Verfügung.

Da ist für viele Bedürfnisse etwas dabei

Vor wenigen Jahren gab es Hoffnungen, neben den beiden Einkaufsmärkten Aldi und Rewe würde dort auch die Handelskette Tegut aus Fulda ein Geschäft eröffnen. Das Stadtparlament veranlasste den damaligen Bürgermeister Alois Schwab, gegen eigene Bedenken beim Planungsverband eine Genehmigung für großflächigen Einzelhandel (bis 1 800 Quadratmeter Verkaufsfläche) zu erwirken. Als das regionalplanerische Ja-Wort im Jahr 2009 endlich gesprochen war, hatte sich Teguts Interesse an Rodgau abgekühlt: Das Unternehmen plante einen Neubau in Dietzenbach.

Die 4,6 Hektar im Gebiet N 27 verteilen sich auf 19 Grundstücke von 546 bis 13.208 Quadratmeter. Da ist für viele Bedürfnisse etwas dabei. Sechs der sieben größten Grundstücke an der Marie-Curie-Straße gehören der Stadt Rodgau, zusammen machen sie 70 Prozent dieses Gewerbegebiets aus. Wer dort investieren will, muss laut Bodenrichtwert 150 Euro pro Quadratmeter bezahlen.

Das Problem: Weil sich seit der Erschließung wenig getan hat, holt sich die Natur weite Flächen zurück. Mit Wiesen, Büschen und Bäumen wächst der ökologische Wert Jahr um Jahr. Sobald im Gewerbegebiet N 27 gebaut wird, werden so genannte Biotopwertpunkte fällig. Die Stadt hat schon mal ihr Punktekonto aufgefüllt, indem sie im Herbst 2011 ein Stück Rodau in Dudenhofen in naturnahe Schleifen gelegt hat.

Quelle: op-online.de

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