München/ Nürnberg - Die weltweite Wirtschaftskrise schlägt sich auf den deutschen Arbeitsmarkt nieder. Die Zahl der Arbeitslosen steigt – jetzt auch in Bayern.

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Arbeitslosigkeit in Bayern
Exakt 3,462 Millionen Menschen haben sich im Juli deutschlandweit bei der Bundesagentur für Arbeit ( BA ) arbeitslos gemeldet. Das sind 52 000 mehr als im Juni 2009 und knapp 253 000 mehr als vor einem Jahr. Die weltweite Rezession schlägt immer stärker auf den deutschen Arbeitsmarkt durch und die Einschläge, so schätzen Experten, werden in Zukunft immer heftiger.
Die Wirtschaftskrise hinterlasse – neben dem üblichen Anstieg durch die Sommerpause in vielen Unternehmen – ihre Spuren, erklärte BA -Chef Frank-Jürgen Weise gestern. „Insgesamt sind die bisherigen Auswirkungen des Abschwungs aber vergleichsweise moderat“, betonte er. Entlastend wirken Kurzarbeit und das rückläufige Arbeitskräfteangebot. So würden aufs ganze Jahr gesehen rund 151 000 Arbeitnehmer wegfallen.
Ministerpräsident Horst Seehofer ( CSU ) warnte davor, die nach wie vor stabilen Arbeitsmarktzahlen in Bayern als Indiz für ein Ende der Krise zu nehmen. Niemand dürfe sich jetzt beruhigt zurücklehnen. Wirtschaft und Arbeitsmarkt seien noch lange nicht über den Berg.
Die Bundesagentur geht davon aus, dass die Zahl der Menschen ohne Job im Jahresdurchschnitt bei 3,7 Millionen liegen und im kommenden Jahr auf 4,5 Millionen steigen dürfte. Vor allem die schlechte Entwicklung im Export werde sich im nächsten Jahr negativ auswirken, erklärte Weise. „Das Jahr 2010 wird ein hartes Jahr für den Arbeitsmarkt“, sagte er.
Allein im Maschinenbau rechnet dessen Branchenverband VDMA mit einem Abbau von bis zu 60 000 Jobs. Laut VDMA ging der Auftragsbestand in Juni um 46 Prozent zurück. Damit befinde sich die Branche seit neun Monaten ungebremst auf Talfahrt.
Trotz alledem gebe es im Freistaat immer noch 55 000 unbesetzte Stellen, betonte Rainer Bomba. Eine deutlich größere Nachfrage nach geschulten Kräften als noch im vergangenen Jahr verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (siehe Kasten).
Von Stefanie Backs
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