Angst vorm Machtverlust

Kommentar: CDU mit neuer Strategie gegen AfD

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Frank Pröse

Diese Haltung von Seehofer & Co. war in der Union bisher nicht konsensfähig. Bisher! Mit Kauders Vorstoß, Merkels Kurskorrektur in der Flüchtlingspolitik und ihrem Aufruf zum Strategiewechsel im Umgang mit der AfD folgt die CDU aus Angst um den Verlust der Macht den ausgetretenen Pfaden der Schwesterpartei.Von Frank Pröse

Merkel negiert dabei, dass eine solche Strategie in Österreich in die Hose gegangen ist: Erst die von der Regierung in Wien vollzogene 180-Grad-Wende in der Flüchtlingspolitik hat nämlich die ausländerkritische FPÖ bei der Bundespräsidentenwahl zur stärksten Partei gemacht. Merkel hat die CDU konsequent in die Mitte des politischen Raums geführt. Der CDU-Wirtschaftsrat beklagt, dass sich die Partei „zu sehr sozialdemokratisiert“ habe. Jetzt also will die Vorsitzende der Christdemokraten verstärkt auf Wähler zugehen, die sich selbst rechts von der CDU verorten. Mit einem konservativeren Kurs allein wird Merkel jene Rechten, die AfD wählen, nicht gewinnen können. Die entscheiden sich dann doch lieber für das Original, sind so zudem vor dem nächsten strategischen Schwenk sicher.

Bemerkenswert: Merkel kündigt den Strategiewechsel just zu einem Zeitpunkt an, zu dem der AfD von Forsa sinkende Zustimmungswerte attestiert werden: Zusammen mit den Linken auf Platz vier mit nur noch neun Prozent. Abseits euphorischer Parteitagsrhetorik ist es eben ein langer Weg zur Volkspartei. Der autosuggestive Glaube an den Erfolg hat aber auf die CDU und ihre Vorsitzende Eindruck gemacht.

Deutschnationale Töne auf AfD-Parteitag

Quelle: op-online.de

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