Obama in Hiroshima

Kommentar: Ein großer Schritt

Es bleibt ihm nicht mal mehr ein dreiviertel Jahr. Aber Barack Obama scheint nicht gewillt, die letzten Monate im Weißen Haus als sprichwörtliche „lame duck“ abzusitzen. Von Angelika Dürbaum

Während sich seine möglichen Nachfolger für das Präsidentenamt in Stellung bringen, pulverisiert er die langjährigen Pfeiler der US-Außenpolitik: Er normalisiert die Beziehungen zu Kuba, kippt das Waffenembargo gegen Vietnam und besucht mit Hiroshima den Ort, an dem die Amerikaner einst ein nukleares Inferno auslösten. Die Kranzniederlegung, die Umarmung eines Überlebenden und sein neuerlicher Appell für eine Welt ohne Atomwaffen waren starke Gesten. Manche mögen sich mehr erhofft haben, aber für einen US-Präsidenten war das schon ein sehr großer Schritt.

Dies wird um so deutlicher, wenn man auf die außenpolitischen Vorstellungen des mutmaßlichen republikanischen Präsidentschaftsbewerbers blickt. Donald Trump stellt unter anderem das Nato-Engagement der USA in Frage, er will das Atomabkommen mit dem Iran kippen und er hätte nichts gegen mehr Atomwaffen – auch in Krisenregionen. Dass er damit beispielsweise die G7-Staatenlenker gegen sich aufbringt, hält Trump für „eine gute Sache“.

Quelle: op-online.de

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