Politik ist gefordert

Kommentar: Sorgen der „Generation Mitte“

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Peter Schulte-Holtey

Es ist ein schleichender Prozess, der schon oft angesprochen wurde – der jetzt aber wieder bei der Analyse der Umfrageergebnisse des Allensbach-Instituts deutlich wird: Die Deutschen sind materiell sehr zufrieden – aber trotzdem immer mehr voller Sorgen. Von Peter Schulte-Holtey 

Ein erstaunliches Paradoxon. Warum ist die Generation der 30- bis 59-Jährigen pessimistischer, obwohl es ihr gut geht?.  Das Ergebnis sei eine „eigentümliche Konstellation“, sagt Renate Köcher, Allensbach-Geschäftsführerin. Der Zukunftsoptimismus von 2015 sei „regelrecht durchgesackt.“ Die Meinungsforscher verweisen erstaunlich klar auf die Politik. Und es stimmt ja auch: Statt Vertrauen wecken vor allem die Regierenden in Deutschland zunehmend Misstrauen. Inzwischen müsste es doch auch der Elite in Politik und Wirtschaft dämmern: Wenn es nicht alsbald zu neuen Weichenstellungen bei der Vermittlung politischer Entscheidungen und Entwicklungen kommt, dann wird sich die Demokratie in Deutschland auf Zerreißproben einstellen müssen, deren Vorboten sich durch Wahlerfolge der AfD und Nichtwählermassen vor allem bei Kommunalwahlen erst andeuten.

Es ist jetzt vor allem Aufgabe der Politik, mehr denn je aufzuklären, Zielpunkte genau zu beschreiben. Doch was geschieht in Berlin? Bundesregierung und die sie tragenden Parteien agieren in vielen Bereichen recht begründungsschwach und inspirationslos. Die sich abzeichnenden Folgen: Die Frustration und die diffuse Angst vor der Zukunft wird noch zunehmen, je verständnisloser und uninformierter die Bürger der Politik gegenüberstehen.

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Quelle: op-online.de

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