Absurder Kreislauf

Kommentar: Verzicht auf Fluorkohlenwasserstoffe

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Die internationale Klimapolitik war jahrzehntelang nicht eben für schnelle und vor allem wirkungsvolle Beschlüsse bekannt. Die Zahl erfolgloser Treffen stieg ebenso zuverlässig wie die Temperatur auf unserem Planeten. Von Ralf Enders

Doch schon das Pariser Klimaabkommen vom Dezember 2015 zur Reduzierung der Treibhausgase gilt als diplomatische Meisterleistung und ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern deutlich mehr wert als das Papier, auf dem es steht. Und nun hat sich die Staatengemeinschaft im ostafrikanischen Ruanda auf einen – wenn auch allmählichen – Verzicht des Klimakillers Fluorkohlenwasserstoffe geeinigt. Allein dadurch lässt sich die Erderwärmung Fachleuten zufolge um 0,5 Grad begrenzen. Die Menschheit scheint langsam zu begreifen, um was es geht.

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Nebenbei legt das Beispiel Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW) die ganze Absurdität unserer modernen Gesellschaft bloß. Die chemische Industrie entwickelte sie einst als Ersatz für Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), weil diese die Ozonschicht zerstörten. HFKW tun dies zwar nicht, tragen allerdings bis zu 1000-mal stärker als Kohlendioxid zum Treibhauseffekt bei und sind mithin eine Hauptursache der Erderwärmung. HFKW finden sich hauptsächlich in Kühlschränken und Klimaanlagen. Ein Kühlmittel heizt also die Erde auf, und weil es immer heißer wird, laufen immer mehr Klimaanlagen, und weil immer mehr Klimaanlagen laufen...

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Quelle: op-online.de

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