130.11.09|Fußball
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Berlin ‐ Unter der Woche hatte Heribert Bruchhagen noch von der Angst gesprochen, die ihn nahezu bei jedem Bundesligaspiel plage. So entspannt wie in Berlin hat der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt dann selten ein Bundesligaspiel anschauen können. Von Peppi Schmitt

© AP
Torschütze Alexander Meier feiert mit Chris und Benjamin Köhler (von links) den Treffer zum 3:0 bei Hertha BSC Berlin.
Beim 3:1 (1:0)-
Der locker herausgespielte Erfolg beim Tabellenletzten hat Perspektiven aufgezeigt. Eher unwichtige wie die mögliche Urlaubsverlängerung für die Profis, wenn sie bis zum Ende der Hinrunde 23 Punkte auf dem Konto haben. „Das ist machbar“, glaubt Maik Franz. 19 Punkte hat die Eintracht bisher gesammelt - fehlen noch vier aus den Heimspielen gegen Mainz und Wolfsburg sowie in Hoffenheim. Wichtiger als eine Freizeitverlängerung für die Spieler sind die sportlichen Aussichten, die der Auftritt in Berlin aufgezeigt hat. Denn die Frankfurter, deren Spiel es so oft in den letzten Jahren an Tempo fehlte, waren im Olympiastadion richtig schnell auf den Beinen. Was insbesondere zwei personellen Entscheidungen des Trainers geschuldet war. Skibbe hatte Patrick Ochs auf die rechte Mittelfeldseite gestellt und Ümit Korkmaz auf die linke, quasi als Flügelzange. „Ein Modell für die Zukunft“ sagte Skibbe später.
Die Berliner fanden gegen den Turbofußball der Eintracht jedenfalls kein Mittel. Der überragende Ochs erzielte nach glänzener Vorarbeit von Nikos Liberopoulos das 1:0 selbst - es war sein erstes Tor seit mehr als drei Jahren. Das 2:0 von Maik Franz bereitete Ochs mit einer präzisen Flanke vor, und er half auch beim 3:0 durch Alexander Meier mit der hereingeschlagenen Ecke. „Er hatte tolle Flankenläufe, er hat sehr gut gespielt“, lobte Skibbe. Die Rolle im Mittelfeld liegt dem schnellsten Spieler im Frankfurter Aufgebot. Und da Franz sich mit der für ihn ungewohnten Verteidigerposition ebenfalls angefreundet hat, spricht nichts gegen eine Dauerlösung in dieser Zusammensetzung. Selbstvertrauen haben Ochs und Franz jedenfalls genügend. Die Freiheiten, die er auf der rechten Seite genoss, hätten nichts mit der Schwäche der Berliner, sondern nur mit der eigenen Stärke zu tun gehabt. Ähnlich äußerte sich Franz: „Die Hertha war nicht so schlecht. Wir waren so stark.“
Franz erzielte bereits sein drittes Saisontor. „Das ist unglaublich“, freute er sich, „ich bin wieder mal richtig glücklich.“ Das war auch Ümit Korkmaz. Ganz lange musste der Österreicher auf seine Chance warten, jetzt hat er sie endlich bekommen - und genutzt. Korkmaz rannte, grätschte und dribbelte mit einer Hingabe, die auch Skibbe begeisterte: „Ümit hat das richtig gut gemacht.“
Quelle: op-online.deSchreiben Sie zum Beitrag Ihre Meinung oder laden Sie Bilder und Videos zu ihrem Profil hoch. In unserer Community lernen sie sicher auch neue Freunde kennen.