Die Bürgeler Geschwister Lynn und Samuel Hoddersen spielen für die USA Handball

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    • 12.07.12
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„Wie Wasserball - nur ohne Wasser“

Offenbach - Handballer haben es in den USA nicht leicht. Entweder kennt man ihre Sportart nicht oder man verwechselt sie. Denn unter „handball“ versteht man dort ein dem Squash ähnelndes Spiel, bei dem ein kleiner Ball mit der Hand gegen eine Wand geschlagen wird. Von Christian Düncher

Handball-Geschwister aus Bürgel im USA-Outfit: Lynn Hoddersen (18) und ihr Bruder Samuel (15) spielen für das Land ihres Vaters

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Handball-Geschwister aus Bürgel im USA-Outfit: Lynn Hoddersen (18) und ihr Bruder Samuel (15) spielen für das Land ihres Vaters

Der hierzulande als Handball bekannte Mannschaftssport heißt in den USA „team handball“ und ist dort nicht sonderlich populär.

Diese Erfahrung hat auch Lynn Hoddersen bereits gemacht. Die gebürtige Offenbacherin, deren Vater Amerikaner ist, spielt für das Nationalteam der USA und erntete dort auch schon mehrfach fragende Blicke. Zum Beispiel beim Besuch eines Fitness-Studios im Rahmen eines Trainingscamps. „Wir wurden gefragt, welche Sportart wir betreiben“, sagt die Schülerin. „Mit Handball konnte man dort nicht viel anfangen. Man versteht darunter entweder was anderes oder kennt es nicht. Wir haben gesagt, dass es wie Wasserball ist – ohne Wasser und in der Halle. Mit mehr Spielern und größeren Toren.“

Lynn Hoddersen kennt die Sportart hingegen von klein auf. Bereits mit fünf Jahren begann sie bei der TSG Bürgel mit dem Handballspielen und ist dem Verein seitdem treu geblieben. Anfangs spielte sie im Tor, inzwischen ist sie Kreisläuferin und so gut, dass sie nicht nur für die A-Jugend (Landesliga) spielt, sondern auch für die erste Damen-Mannschaft in der Bezirksoberliga. „Training habe ich mindestens dreimal pro Woche, dazu kommen dann noch die Spiele am Wochenende“, sagt die 18-Jährige.

„Ich war denen zu klein“

Den Kontakt zum Handball-Verband der USA hat ihre Mutter hergestellt – auf eine ziemlich unkonventionelle Weise. „Sie hat einfach mal ein bisschen im Internet gesucht. Und als da stand, dass die Nationalmannschaft nach Deutschland kommt, hat sie den Verband angeschrieben.“ 2010 gab Lynn Hoddersen dann ihr Debüt in der Juniorinnen-Auswahl der USA. Anfangs war auch noch ihre Schwester Lea mit von der Partie, doch die 19-Jährige hat mit dem Handballspielen aufgehört, um sich auf die Schule zu konzentrieren.

Lynn Hoddersen kann hingegen nicht genug vom Spiel sieben gegen sieben bekommen – obwohl es für sie zuletzt einen Rückschlag gab. Beim Sichtungslehrgang für das Frauen-Nationalteam, das in Mexiko am Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in London teilnahm, gelang ihr nicht der Sprung in den 15-köpfigen Kader. „Ich war denen zu klein“, sagt die 1,66 Meter messende Kreisläuferin. Das Team verpasste anschließend das Ticket für die Sommerspiele, als es im Oktober 2011 bei den „Panamerika-Meisterschaften“ bereits in der Vorrunde mit null Punkten aus drei Spielen und minus 59 Toren scheiterte.

„Männer werden mehr gefördert als Frauen“

Im Februar fand in der Dominikanischen Republik die WM-Qualifikation statt - mit Lynn Hoddersen. Seitdem hat sie aus den USA nichts mehr gehört. „Es ist für den Verband natürlich schwer, er kann nicht für alle die Kosten übernehmen“, sagt die Bürgelerin. Allerdings: Ihr jüngerer Bruder Samuel (15), der das Handballspielen ebenfalls bei der TSG Bürgel gelernt hat, inzwischen jedoch für die HSG Nieder-Roden aktiv ist, wurde zu einem Lehrgang der U16-Auswahl der USA nach Schweden eingeladen.

 „Die Jungs und die Männer werden mehr gefördert als die Frauen“, meint Lynn Hoddersen. Die Hoffnung hat sie deshalb allerdings noch lange nicht aufgegeben. „Einige ältere Spielerinnen hören auf. Eventuell holt man ja nun welche von unten hoch.“

Quelle: op-online.de

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