Die Botschaft, die dahinter steckt, ist gleichwohl einleuchtend: Es ist ein „Ironman“ - die Veranstalter dürfen den markenrechtlich geschützten Begriff aber nur in abgewandelter Form verwenden. Er findet in Dieburg mit seiner römischen Vergangenheit statt.´Und die pro Team zurückzulegende Strecke beträgt ziemlich exakt 140,6 Meilen. Die ergeben sich, wenn man 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen addiert und in Meilen umrechnet. In der Triathlonszene wissen mit einem „140.6er“ viele etwas anzufangen. In Dieburg werden die 140,6 Meilen am Wettkampf-Sonntag Sache eines Zehnerteams sein, das sich die Distanzen teilt.
Jeder Athlet einer Mannschaft schwimmt im Prinzip also 380 Meter, fährt 18 Kilometer mit dem Rad und läuft zum Schluss 4,2 Kilometer. „Wir sind eine Veranstaltung, die aber vor allem den Spaß am Triathlon wecken soll“, sagt Sebastian Dehmer. Der Ex-Olympionik aus Darmstadt, der das Event zusammen mit dem gebürtigen Dieburger David Thomas federführend organisiert, meint damit auch: Man nimmt es nicht auf jeden Meter genau.
So sind im Freibad wegen der 50-Meter-Bahnen 400 statt 380 Meter pro Person zu schwimmen. Mal davon abgesehen, dass die 50-Meter-Bahn des Dieburger Freibads um einige Zentimeter zu kurz ist und ihrem Namen streng genommen nicht gerecht wird. Streng nimmt das etwa der Hessische Schwimmverband, der dort deshalb keine Meisterschaften durchführt.
Rund 700 Starter – in 60 Teams à elf Personen (jedes Team hat unter anderem wegen Ausfallgefahr einen „Joker“, der Langsamste wird in der Addition der Zeiten nicht berücksichtigt) sowie einige Einzelstarter, die am Wettkampftag in Teams „gesteckt“ werden – haben sich angemeldet.
Vereinsteams messen sich dann mit Triathlonneulingen, Firmenteams, Stammtischen - und sogar einem Team mit mehreren amtierenden Bürgermeistern: Dieburgs Rathaus-Chef Dr. Werner Thomas ist ebenso dabei wie Carsten Helfmann (Eppertshausen) und Gabi Coutandin (Babenhausen). „Der Landrat musste krankheitsbedingt leider absagen“, so Dehmer. Auf Bahn eins wird diese Mannschaft um 9 Uhr zusammen mit sieben weiteren auf den restlichen Bahnen ins Wasser gehen und den „Römerman Dieburg“ eröffnen.
20 Minuten haben die Schwimmer Zeit, die 400 Meter zu absolvieren - das ist auch für gemächliche Brustschwimmer mehr als genug. Dann folgt das nächste Zeitfenster, in dem wieder acht Teams starten, und anschließend auf den Radkurs gehen.
Dort wird auch Patrick Lange aufs Tempo drücken - er als amtierender Deutscher Duathlonmeister zählt zu den Favoriten, wird auch im Laufen angesichts der kurzen Strecke nahezu durchspurten.
Das Ziel ist auf dem Parkplatz am Skaterpark. Zuvor führt die Radstrecke über zwei Runden vom Freibad über die K 128, die B 45, Semd und Klein-Zimmern wieder zurück. Ein reiner „Rechtskurs“, was die Triathleten zu schätzen wissen werden. Denn die B 45 bleibt für den normalen Verkehr geöffnet. Die K 128, an der auch die 700 Räder warten werden, wird ab 4 Uhr am Morgen dagegen voll gesperrt.
Die Laufstrecke führt auf zwei Runden durch den Schlossgarten. Gemessen werden die Zeiten mit einem elektronischen Chip.
Preise erhalten die drei schnellsten Teams, die (nach Solozeiten) drei schnellsten Frauen und Männer, die drei schnellsten Bürgermeister und die drei schnellsten Dieburger. J jd



