Polarwinter: Schon 30 Kältetote in Polen

+
Tausende Menschen wurden wegen der Überschwemmungen im Balkan in Sicherheit gebracht

Warschau - Die Kälte hat Europa weiter fest im Griff. In Polen kostete sie bislang schon 30 Menschen das Leben. Damit gab es allein in der Nacht auf Freitag ein Dutzend weitere Todesfälle aufgrund des strengen Winters.

Deutschland erlebte mit Tiefstwerten unter minus 20 Grad die eisigste Nacht dieses Winters. Auf den Straßen und im Schienenverkehr kam es zwar immer noch vermehrt zu witterungsbedingten Behinderungen, die Lage entspannte sich aber im Vergleich zum Donnerstag. Am kältesten war es in der Nacht zum Freitag in Sohland an der Spree (Sachsen) mit minus 22 Grad Celsius, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Klirrende Kälte und jede Menge Schnee in Deutschland

Klirrende Kälte und jede Menge Schnee in Deutschland

In der Nacht zum Montag sorgt mildere Luft laut DWD zudem wieder für wärmere Temperaturen in der kommenden Woche: um null Grad am Tag und bis minus drei Grad in der Nacht. In den vergangenen Tagen aber herrschte in fast ganz Deutschland Dauerfrost. In weiten Teilen erreichten die Temperaturen den Meteorologen zufolge sogar nur Tageswerte unter minus 10 Grad. Der strenge Frost reichte bis in die Weinberge des Rheingaus - sehr zur Freude der dortigen Winzer, die bei dem Dauerfrost die Eisweinlese starten konnten.

Minus 15,1 Grad in Berlin

In Berlin war die Nacht zum Freitag mit einem Tiefststand von minus 15,1 Grad laut dem privaten Wetterdienst Meteogroup Deutschland die kälteste Nacht an einem 3. Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In den salzarmen Boddengewässern an der Ostsee behindert bereits Eis von bis zu sechs Zentimetern Stärke die Schifffahrt. Besonders betroffen sei das Gebiet zwischen Rügen und Hiddensee, hieß es. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) warnt Spaziergänger und Wintersportler, gleich an den ersten frostigen Tagen zugefrorene Seen zu betreten. Zum Schlittschuhlaufen seien die Eisdecken meist noch zu dünn.

ADAC-Pannenhelfer fast 20.000 Mal im Einsatz

Frost und Schnee behinderten vor allem in Sachsen weiterhin den Zugverkehr. Viele Nah- und Fernverkehrsstrecken waren von Dauerfrost und Schneeverwehungen beeinträchtigt. Auch auf den Straßen Deutschlands kam es wegen “typischer Winterprobleme“ vermehrt zu Notrufen. Bundesweit waren die Einsatzkräfte zu Monatsbeginn bei 19.716 Fällen an einem Tag im Einsatz, sagte Regionalleiter Pannenhilfe Ost, Frank Buchholz, auf dapd-Anfrage.

Tausende fliehen vor Hochwasser

Die Menschen auf dem Balkan leiden unterdessen unter den Folgen eines der schlimmsten Hochwasser in der Geschichte. Sowohl in Bosnien, als auch in Serbien und Montenegro riefen die Behörden den Notstand aus brachten Hunderte Menschen entlang des Flusses Drina in Sicherheit. Schulen blieben geschlossen, viele Bewohner hatten weder Strom noch Heizung und auch die Wasserversorgung entlang der Drina war in allen drei Ländern aufgrund von Verunreinigungen eingeschränkt. Im Nordwesten Albaniens mussten Tausende Menschen und ihre Tiere nach schweren Überflutungen die Flucht ergreifen. Für die Stadt Shokdra wurde der Notstand ausgerufen, weil sie vom Rest des Landes abgeschnitten war.

dapd

Kommentare