Diese Meldung ist keine Ente!

Conchita Duck sorgt für Aufruhr in Entenhausen

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Conchita Duck und ihr Vorbild aus dem wahren Leben.

Berlin  - Eine schicke Entendame hat ihren Besuch in Entenhausen angekündigt: Conchita Duck  trägt ein hautenges schwarzes Kleid, Bürzel - und Bart! Das sorgt für wildes Geschnatter unter den Comic-Fans.

Die Leser des "Lustigen Taschenbuchs" wissen es: In Entenhausen tauchen immer wieder Promis aus der realen Welt als Comicfiguren auf. So bellte schon einmal Hundepräsident Wuff Redakteur Quiekmann auf die Mailbox, Wowileid und Spatzek verhandelten mit Dagobert Duck über eine Investition in den Hauptstadtflughafen und Fußballer wie Bastian Beinsteiger und Frank Kikeriki fahren zur WM nach Schnarchilien.

Doch so ein Besuch war noch nie da: Dragqueen  Conchita Wurst (25) wird sich als Conchita Duck die Ehre geben - im hautengen schwarzen Kleid, mit Entenschnabel, schwarzer Wallemähne - und natürlich mit Bart. In diesem Outfit stellte der Verlag den "schicken Paradiesvogel" auf seiner Facebook-Seite vor und fragte: "Wie werden wohl Donald, Daisy, Dagobert und die anderen reagieren?"

So freizügig präsentiert sich Conchita Wurst

So freizügig präsentiert sich Conchita Wurst

Ursprünglich war die Idee mit dem femininen Erpel nur als Gag für die sozialen Medien gedacht. Doch wegen der großen Resonanz werde daraus jetzt Ernst, so eine Sprecherin des Egmont Ehapa Verlages. Die Gewinnerin des diesjährigen Eurovision Song Contests werde - wahrscheinlich rund um den ESC 2015 in Österreich - als Randfigur in einer der Geschichten im „Lustigen Taschenbuch“ vorkommen, als "lustige Kommentierung des Zeitgeschehens aus Entenhausener Sicht", wie es in dem offiziellen Statement des Verlages heißt. Auch wenn es viele Comic-Fans nicht glauben wollen: Diese Meldung ist also keine Ente.

Wildes Geschnatter unter den Comic-Fans

Das Facebook-Bild wurde bis Dienstagvormittag schon fast 800 Mal geteilt. Über 950 Usern gefällt die Schnabel-Conchita, das zeigen die Likes und viele der knapp 200 Kommentare: "Das wird das erste Taschenbuch sein, was ich mir seit über 10 Jahren mal wieder kaufen werde. Meinen tiefsten Respekt für diese Aktion!", schreibt etwa Kevin K. Das sei eine "fantastische Idee", stimmt Frederik S. zu.  

Nicht wenigen Donaldisten sträuben sich jedoch bei der Vorstellung einer Transvestiten-Ente mit Bart die Nacken-Federn. Einer quakt empört, aber jugendfrei: "What the Duck!". "Walt Disney dreht sich im Grab um", plustert sich Ralf K. auf. Ein Grund, sein Abo sofort zu kündigen sei das, droht Martin H. "Und wieder eine Kindheitserinnerung zerstört", jammert Gunver V.

Was ist schon normal? 

Mehrere User geben sich besorgt darüber, welche Auswirkungen die Dame mit Bürzel und Bart auf die kleinsten Leser haben könnte. "Muss man denen unbedingt so eine unnatürliche Kunstfigur als normal verkaufen???", fragt Tom H. "Als Comicbuchverlag habt ihr auch eine gewisse Fürsorgepflicht." Dass alle Comicfiguren Kunstfiguren sind, hat er bei seiner Argumentation anscheinend nicht bedacht. "Sprechende Enten ohne Hose sind normal, aber singende Enten mit Bart nicht?", fragt deshalb nicht ganz zu Unrecht Nieheltz B. zurück.

"Kinder denken sich bei der Comicfigur wahrscheinlich nicht viel und gehen damit sicher locker um, im Gegensatz zu manch verkniffenem Elternteil", weiß Mario F. User Markus S. kontert den Möchtegern-Moralaposteln mit Humor: "Conchita Duck hält wenigstens ihren Unterkörper bedeckt – im Gegensatz zum Rest der Ducks!" 

Ende der ESC-Wurststrecke: Österreich siegt - Bilder

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Es gibt aber auch Fans, die sich aus einem ganz anderen Grund Sorgen machen: Sie haben erkannt, dass Conchita Duck alles andere als eine lahme Ente ist und sehen schon zwischen Donald und seiner Daisy die Federn fliegen. Eifersuchts-Alarm in Entenhausen!

Conchita Wurst bald als Quietsche-Ente fürs Bad?

Doch die Enten-Wurst soll nicht nur die Comic-Welt aufmischen. Wie das Online-Portal salzburg.com meldet, soll die ESC-Gewinnerin bald auch in die heimischen Badezimmer watscheln - in Form einer nach ihrem Vorbild gestalteten Quietsche-Ente. Im Angebot der Firma "Austroducks" finden sich bereits handbemalte gelbe gefiederte Gummitiere mit frappierender Ähnlichkeit zu alpenländischen Berühmtheiten wie Kaiserin Sisi, Sigmund Freud und Johann Strauss. Jetzt hofft der Geschäftsführer Rudolf Doppelbauer auf Zustimmung vom Management der Dragqueen. 

Haakon Nogge

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