Jacksons Leibarzt bricht sein Schweigen

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In einer einminütigen Videobotschaft, die am Dienstagabend (Ortszeit) bei YouTube veröffentlicht wurde, beteuert Conrad Murray, er habe alles getan, was er konnte.

Los Angeles - Michael Jacksons Privatarzt hat sich erstmals seit dem Tod seines berühmten Patienten zu Wort gemeldet. Laut Medienberichten soll er in den kommenden zwei Wochen angeklagt werden.

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In einer einminütigen Videobotschaft, die am Dienstagabend (Ortszeit) bei YouTube veröffentlicht wurde, beteuert Conrad Murray, er habe alles getan, was er konnte. Die Polizei ermittelt nach Jacksons Tod durch Herzversagen wegen eines Tötungsdelikts gegen den Kardiologen. “Ich habe die Wahrheit gesagt und ich vertraue darauf, dass die Wahrheit siegen wird“, erklärte der Mediziner in dem Video. Auf die Vorwürfe der Ermittler, dass er dem Sänger gefährliche Medikamente gespritzt und ihn dann alleine gelassen habe, ging der 51-Jährige nicht näher ein. Gleich nach dem plötzlichen Tod des Sängers am 25. Juni war Murray ins Visier der Polizei geraten.

FoxNews: Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Nach Informationen von FoxNews soll Murray in den kommenden zwei Wochen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt werden. Das berichtete der US-Fernsehsender am Mittwoch unter Berufung auf Ermittlerkreise. Demnach soll die Klage gegen den in Houston lebenden Kardiologen nach der Durchsuchung einer weiteren Apotheke in Los Angeles ausgesprochen werden, hieß es.

Mehr als zwei Monate nach seinem Tod soll Jackson nun am 29. August in einem Mausoleum auf dem Forest Lawn Friedhof in Glendale nahe Los Angeles bestattet werden. An diesem Tag wäre der Popstar 51 Jahre alt geworden. Obwohl die Beisetzung nur im engsten Familien- und Freundeskreis stattfinden soll, wird sie nach einem Bericht von tmz.com wenigstens 50 000 Dollar verschlingen. Anders als bei der Gedenkfeier für Jackson im Staples Center von Los Angeles am 7. Juli muss die Familie unter anderem für die Sicherheitskräfte jetzt selbst aufkommen. Im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn will der US-Regisseur Spike Lee derweil eine Block-Party geben und den 29. August zum “Michael-Jackson-Tag“ deklarieren lassen.

Ein Porträt des Sängers brachte am Dienstagabend (Ortszeit) bei der Versteigerung in einem Nobelvorort eine Million Dollar und damit fast das Vierfache dessen ein, was die Galerie kurz vor Jacksons Tod dafür bezahlt hatte. Das Bild stammt von Andy Warhol, der den “King of Pop“ 1984 im Alter von 25 Jahren porträtiert hatte.

Jacksons Leibarzt Murray hatte dem unter Schlafstörungen leidenden Sänger eigenen Angaben zufolge das gefährliche Narkosemittel Propofol verabreicht und ihn dann alleingelassen haben. Das berichtete die “Los Angeles Times“ in der vorigen Woche unter Hinweis auf drei Informanten, die mit den Ermittlungen vertraut sind. Murray habe dies selbst zwei Tage nach Jacksons Tod bei einer polizeilichen Vernehmung eingeräumt, schrieb das Blatt. Murray war seit Mai für monatlich 150 000 Dollar bei Jackson angestellt und sollte ihn auf seine Konzerttour nach London begleiten.

Am Dienstag wurde laut CNN bekannt, dass Jacksons Mutter Katherine eine Zivilklage wegen widerrechtlicher Tötung ihres Sohnes erwägt. Der US-Sender stützte sich auf Aussagen von Jacksons Anwalt Burt Levitch. Danach wolle Katherine Jackson den Konzertveranstalter AEG verklagen. Dieser habe “offenbar für die Dienste von (Michael Jacksons Hausarzt) Dr. Conrad Murray gezahlt, gegen den unseren Informationen zufolge im Zusammenhang mit dem Tod ermittelt wird“, zitierte CNN Levitch.

Murray bedankte sich in dem YouTube-Video für die Unterstützung von Freunden und Patienten. Er habe allerdings Angst, Anrufe zu erwidern und E-Mails zu verschicken, sagte der Arzt mit Blick auf “all das, was vor sich geht“. Eine Sprecherin seines Anwalts teilte mit, der Arzt habe Todesdrohungen erhalten und sein Haus werde von Reportern regelrecht belagert.

dpa

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