Stars gratulieren Fritz Rau zum 80. Geburtstag

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Nur zwei der hochkarätigen Gratulanten beim 80. Geburtstag von Fritz Rau (Mitte): Peter Maffay (li.) und Udo Lindenberg (re.).

Frankfurt/Main - Reden war Silber, Singen war Gold beim Festkonzert für den legendären Konzertveranstalter Fritz Rau am Samstagabend in Frankfurt.

Mit vielen guten Worten und noch mehr guter Musik feierten Stars, Weggefährten und 2500 Besucher in der restlos ausverkauften Alten Oper seinen 80. Geburtstag. Das musikalische Spektrum des vierstündigen Programms spiegelte die Vielfalt und Offenheit Raus wieder, die ein Markenzeichen seiner 50-jährigen Erfolgskarriere als Konzertveranstalter war. Neben hochkarätigen Jazz- und Bluesgruppen traten Erfolgskünstler wie Nana Mouskouri sowie Udo Lindenberg, Peter Maffay und Howard Carpendale auf, die von der hr-Big-Band begleitet wurden. Alle Künstler ehrten Rau mit einer sehr persönlichen Songauswahl und herzlichen Worten. Der Konzertveranstalter habe es in einer schnelllebigen und oft harten Branche verstanden, geschäftliche Erfolge mit großer Menschlichkeit zu verbinden.

Viele der heutigen Topstars, die Rau gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Horst Lippmann aufgebaut hatte, sprachen von der “Fritz Rau-Familie“. Sie bedankten sich für die Chancen, die er jungen unbekannten Künstlern gegeben habe, und scheuten sich nicht vor großen Gefühlen. “Wir lieben dich“, rief Maffay dem Jubilar zu.

Rau hat legendäre Festivals und innovative Showformate erfunden. Mit Jazzgrößen wie Ella Fitzgerald und Miles Davis hat er ebenso Konzertgeschichte geschrieben wie mit Rock- und Popstars wie Madonna, Rolling Stones, Jimi Hendrix oder Eric Clapton. Mouskouri sagte mit brüchiger Stimme: “I love you very much and you know that“ (“Ich liebe dich sehr und das weißt du“).

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Begonnen hatte der kurzweilige Abend mit einer “Zeitreise durch hundert Jahre Jazz“. So nannte Organisator Dieter Nentwig die Auftritte von The Jackson Singers, United Blues Experience mit Raus Sohn Dr. Andreas Rau als Überraschungsgast am Kontrabass, der Barrelhouse Jazzband und dem Emil Mangelsdorff Quartett. Der 84-jährige Frankfurter Saxofonist, der bereits 1955 beim ersten von Rau veranstalteten Konzert in Heidelberg auftrat, riss Rau mit seinem Auftritt zum ersten Mal vom Sitz.

Die Auftritte von Ulla Meinecke und Inga Rumpf zeigten Raus Faible für “Frauenpower“. “Liebe, Perfektion, Kreativität und Cleverness“ machte Prof. Wolfgang Sandner, Musikredakteur und ­wissenschaftler, in seiner Laudatio als die Eigenschaften aus, die Rau zu dem gemacht hätten, was er sei: “Zuerst Deutschlands und dann Europas größter Konzertveranstalter und schließlich einer der wichtigsten Konzertveranstalter der Welt.“ Auch Sandner betonte die besondere Menschlichkeit des Tycoons im “Haifischbecken“ Showgeschäft: “Er ist nie selbst ein Haifisch gewesen. Aber er war so clever wie ein Haifisch.“

Der vielfach Geehrte, der für den Abend wie schon für seine Karriere die Losung ausgegeben hatte “Nicht ich bin der Star, sondern die Musiker“, verfolgte das Programm sichtlich begeistert an der Seite seiner Lebensgefährtin vom Publikum aus. Dort saß auch der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel. Dieser stimmte zum Abschluss wie alle im Saal in einen von Moderator Werner Reinke angeregten “Happy Birthday“-Chor ein.

dpa

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