Streit um Geschworene im Jackson-Prozess

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Michael Jacksons Leibarzt, Conrad Murray, ist angeklagt

Los Angeles - Knapp eine Woche vor Beginn des Prozesses gegen den Leibarzt von Michael Jackson gibt es Streit wegen der Geschworenen.

Die Anwälte des Angeklagten Doktor Conrad Murray forderten, die Mitglieder der Jury während des Verfahrens in einem Hotel zu isolieren. Sie reichten am Freitag Widerspruch gegen eine Entscheidung von Richter Michael Pastor ein, der diesen Schritt nicht für notwendig hielt. Pastor hatte sich zuversichtlich gezeigt, dass die Geschworenen die Berichterstattung über den Prozess ignorieren könnten.

Murrays Anwälte erklärten dagegen, die Unterbringung in einem Hotel sei nötig, weil die Geschworenen sonst beeinflusst werden könnten. Jackson sei einer der berühmtesten Menschen der Welt gewesen, was sich auch in der Berichterstattung niederschlagen werden. Die Mitglieder der Jury würden überall auf Berichte zum Fall stoßen: in Supermärkten, Bars, Sportstudios, Cafés und im Internet. “Es besteht die Gefahr, dass ein wohlmeinender Geschworener mehr von einem 'Experten' im Fernsehen beeindruckt sein wird als von einem, der im Prozess vorgestellt wird“, erklärten die Anwälte.

Sie beantragten, den Beginn der Auswahl der Geschworenen auszusetzen, bis die Frage vor Gericht geklärt sei. Mit der Auswahl soll am kommenden Donnerstag begonnen werden. Murray wird vorgeworfen, Jackson eine Überdosis des Narkosemittels Propofol verabreicht zu haben. Der Sänger war im Juni 2009 im Alter von 50 Jahren gestorben.

dapd

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