1000 Rechtsextreme marschieren durch Magdeburg 

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Auch die Mitglieder der Gegendemo nahmen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahr.

Magdeburg - Zum 65. Jahrestag der Bombardierung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg sind am Samstag rund 1000 Rechtsextremisten durch die Stadt marschiert.

Nach Angaben eines Polizeisprechers war die Demonstration genehmigt. Die Stadt und das lokale Bündnis gegen Rechts veranstalteten als Protest gegen den Missbrauch der Erinnerung eine “Meile der Demokratie“. Unter dem Motto “Gesicht zeigen! Für ein demokratisches und tolerantes Magdeburg!“ wollten sie ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Eine breite Resonanz von Besuchern auf die rund zwei Kilometer lange Aktionsmeile blieb jedoch aus.

Zu einer Demonstration des linken Spektrums kamen nach Polizeiangaben rund 450 Menschen. Einige von ihnen versuchten, auf die Route der rechten Demonstration zu gelangen. Sie seien von der Polizei zurückgedrängt worden, sagte der Sprecher weiter.

Am 16. Januar 1945 waren bei der Bombardierung Magdeburgs durch alliierte Bomber tausende Menschen ums Leben gekommen, große Teile der Innenstadt wurden zerstört. Rechtsextreme Gruppen versuchen immer wieder, die Erinnerung für ihre Zwecke zu missbrauchen. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD) sagte nach Angaben seines Ministeriums: “Die Neonazis, die heute vorgeben, um die bei diesen Luftangriffen getöteten Deutschen zu trauern, tragen die Saat des Hasses gegen andere Völker und gegen Andersdenkende fort.“

dpa

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