ADAC: Umweltzonen bringen keine Luftverbesserung

München - Der ADAC zweifelt die Wirksamkeit von Umweltzonen zur Verbesserung der Luft in den deutschen Städten an.

Jede neu eingerichtete Umweltzone und jede Verschärfung der Einfahrregeln stellten “nichts anderes dar, als unverhältnismäßige Eingriffe in die Mobilität der Bevölkerung, teilweise mit dramatischen finanziellen, an Enteignung grenzenden Folgen“, wie ADAC-Vizepräsident, Ulrich Klaus Becker, am Mittwoch in München sagte. Nach einer Studie des Auto-Clubs trage der Pkw-Verkehr nur fünf Prozent zur Feinstaubbelastung bei. Vom Neujahrstag an sind es 40 Kommunen, die in Deutschland Umweltzonen eingerichtet haben, um den gesundheitsschädlichen Feinstaub zu mindern.

Es sei aus ADAC-Sicht nicht hinnehmbar, dass immer schneller schärfere Immissionsgrenzwerte für Luftschadstoffe erlassen würden, während die Regelungen der Emissionen langsamer fortgeschrieben würden. “Autos, deren Motoren und Abgassysteme eben noch als sauber und modern galten und die vor wenigen Jahren noch steuerlich gefördert wurden, gelten plötzlich als Stinker, die nicht mehr in die Städte fahren dürfen.“

Becker schlägt vor, den Verkehrsfluss in den Städten zu verbessern, Fahrzeughersteller sollten schneller saubere Fahrzeuge entwickeln und die Politik weiterhin die Nachrüstung mit Partikelfiltern fördern. Noch immer stünden vier bis sechs Millionen Dieselfahrzeuge zum Umbau an. Außerdem fordert der ADAC, “endlich die Wirksamkeit von Umweltzonen wissenschaftlich überprüfen zu lassen“.

dpa

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