Angst vor Ehrenmord: Türkin (22) vergewaltigt

Dortmund - Aus Angst vor einem Ehrenmord ihrer Familie ließ sich eine Türkin (22) von ihrem Ex-Freund vergewaltigen. Mit Nacktfotos hatte er sie erpresst. Nach einem Urteil fürchtet der Mann nun um sein Leben.

Weil ihr Ex-Freund sie mit Nacktfotos erpresste, hat sich eine 22-jährige Türkin aus Hamm fast ohne Widerstand von dem Mann vergewaltigen lassen. Der 26-Jährige hatte damit gedroht, ihren Eltern Aufnahmen aus ihrer kurzen intimen Beziehung zu zeigen. Die junge Frau fürchtete daraufhin, dass ihre Familie sie wegen des Ehrverlustes umbringen könnte. Am Mittwoch wurde ihr Peiniger vom Landgericht Dortmund zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Der ebenfalls aus der Türkei stammende Angeklagte (26) war mit seiner Ex-Freundin auf einen Parkplatz gefahren und hatte ihr dort damit gedroht, ihren Eltern die Fotos zu zeigen, wenn sie nicht tue, was er wolle. Das Verbrechen geschah im Juli 2009.

Der Angeklagte hatte die Tat seit Prozessbeginn vehement bestritten und von einvernehmlichen Zärtlichkeiten auf der Rückbank des Wagens gesprochen. Der 26-Jährige hatte allerdings keine Erklärung dafür, warum seine frühere Partnerin dann bei der späteren Rückfahrt nach Hamm (Nordrhein-Westfalen) aus dem fahrenden Auto hätte springen sollen.

Zeugen hatten die völlig aufgelöste Frau damals ins Krankenhaus gebracht. Der Angeklagte erschien zur Urteilsverkündung nicht im Gericht. Der im Rheinland gemeldete 26- Jährige soll jetzt per Haftbefehl von der Polizei gesucht werden. Nach Angaben eines seiner Brüder hält er sich versteckt, weil er Angst vor der Familie seiner früheren Freundin hat.

dpa

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