Apotheker belieferte Drogenszene: Berufsverbot

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Der Mann soll seit 2005 mit Rohypnol-Tabletten gehandelt haben, die Drogenabhängige als Heroinersatz verwenden.

Frankfurt/Main - Ein Frankfurter Apotheker hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Drogenabhängige jahrelang illegal mit Tabletten als Heroin-Ersatz beliefert.

Fahnder durchsuchten am Montag die Wohnung und die Geschäftsräume des 50-Jährigen sowie acht weitere Wohnungen von Verdächtigen im Rhein-Main-Gebiet. Der illegale Handel habe bei den Krankenkassen zu einem Schaden von mehreren hunderttausend Euro geführt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Montag mit. Sie ermittelt insgesamt gegen 15 Verdächtige. Gegen den Apotheker verhängte das Amtsgericht Frankfurt ein vorläufiges Berufsverbot.

Der Mann soll nach Feststellung der Ermittler seit 2005 mit Rohypnol-Tabletten gehandelt haben, die Drogenabhängige als Heroinersatz verwenden. Die Bezahlung lief nach einem ausgeklügelten System: Der Apotheker gab die Pillen ohne Rezept ab. Anstelle von Bargeld ließ er sich von den Drogenabhängigen mit Rezepten für teure Medikamente bezahlen, die die Abnehmer bei verschiedenen Ärzten erschlichen hatten.

Dabei verdiente der Apotheker gut. Die teuren Arzneien rechnete der Mann bei den Krankenkassen ab - obwohl er die Mittel gar nicht herausgegeben hatte. Teilweise waren die Rezepte auch gefälscht. So verlangte der Apotheker von gesetzlichen Krankenkassen die Erstattung von Medikamenten im Gesamtwert zwischen 10 000 und 70 000 Euro, obwohl er nur Rohypnol-Tabletten an die Drogenabhängigen ausgegeben hatte. Die Fahnder kamen dem Mann nach Hinweisen aus der Drogenszene und einer früheren Mitarbeiterin auf die Schliche.

dpa

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