Atomkraftwerk Krümmel soll wieder ans Netz

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Das seit 2007 stillgelegte Atomkraftwerk Krümmel.

Krümmel - Das nach Störfällen seit zwei Jahren stillgelegte Atomkraftwerk Krümmel soll schon in den kommenden Wochen wieder ans Netz gehen.

Das kündigte der Europachef des Betreiberkonzerns Vattenfall, Tuomo Hattaka, in einem Interview der Zeitschrift “Super-Illu“ an. “Ich gehe davon aus, dass wir den Antrag zur Wiederinbetriebnahme im Laufe des Juni stellen können und kurz danach ans Netz gehen können“, wird er zitiert. Nachdem am Samstag auch das Kernkraftwerk Brokdorf zur Jahresrevision vom Netz ging, stehen derzeit noch alle drei Atommeiler an der Unterelbe in Schleswig-Holstein still.

Der Reaktor in Krümmel war am 28. Juni 2007 heruntergefahren worden, nachdem es einen Kurzschluss gegeben hatte und anschließend ein Transformator ausgebrannt war. Es folgten zahlreiche weitere Pannen. Kurz darauf war auch das Atomkraftwerk Brunsbüttel wegen eines Kurzschlusses in einer Schaltanlage abgeschaltet worden. Auch dieses AKW soll nach den Worten Hattakas möglichst “bis Ende des Jahres den Betrieb wieder aufnehmen können“. Eine vorzeitige Stilllegung des Atomkraftwerks Brunsbüttel, dessen Restlaufzeit ohnehin 2011 endet, schloss der Vattenfall-Chef aus.

Stromerzeugung aus Biomasse geplant

Für die zukünftige Energieerzeugung sehe Vattenfall “ein großes Potenzial in der Biomasse“, sagte Hatakka weiter in dem Interview. Sein Konzern habe in Brandenburg bereits “Pilotzonen“, in denen die Stromproduktion mit Biomasse erprobt werde. Endgültige Standorte für die Kraftwerke stehen noch nicht fest: “Ob das dann in Brandenburg oder anderswo geschehen wird, das muss sich zeigen“, erklärt der Chef von Vattenfall Europe.

Optimistisch äußerte sich Hatakka auch zur sogenannten CCS-Technologie zur Abscheidung und unterirdischen Einlagerung von Kohlendioxid, die Vattenfall im brandenburgischen Jänischwalde erprobt. “Wir haben bisher mehr als 200 Millionen Euro investiert und sind sicher, dass wir CCS zum Erfolg führen“, sagte er. Derzeit sei Vattenfall zusammen mit erfahrenen industriellen Partnern dabei, geeignete unterirdische Lagerstätten in Ostbrandenburg zu erkunden.

AP

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