Autobahn-Baustellen: Warum kaum Nachtarbeit?

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Baustellen auf Autobahnen erhöhen das Unfallrisiko.

Frankfurt/Main - Auf deutschen Autobahn-Baustellen wird nachts kaum gearbeitet. Der ADAC kritisierte nun das schlechte Management der Bundesregierung aufgrund der hohen Unfallgefahr.

Nachtarbeit zur Beschleunigung von Bauarbeiten auf deutschen Autobahnen ist eher die Ausnahme: Nur auf fast jeder 100. Baustelle mit mindestens acht Tagen Dauer ist im vergangenen Jahr auch nachts gearbeitet worden, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion hervorgeht.

Darüber berichtete die “Bild“-Zeitung“ am Mittwoch. Demnach wurde an neun der insgesamt 857 Autobahn-Baustellen in der Nacht gearbeitet, für weitere 29 war Arbeit im Drei-Schicht-Betrieb geplant. Der ADAC kritisierte schlechtes Baustellen-Management der Bundesregierung. Die Arbeiten müssten dringend verkürzt werden, forderte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. Es sei unverantwortlich, dass an nur so wenigen Baustellen auch nachts gearbeitet werde. Nicht nur werde der Verkehr behindert, auch das Unfallrisiko sei im Baustellenbereich deutlich höher als auf freier Strecke, fügte Hölzel auf DAPD-Anfrage hinzu.

In der Anfrage der SPD-Fraktion hieß es, etwa ein Drittel aller Staus auf den Bundesautobahnen würden durch Baustellen verursacht. “Dabei kommt es häufiger zu schweren Unfällen von Verkehrsteilnehmern. Außerdem schadet die Zeitverzögerung der Volkswirtschaft.“ Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) kündigte kürzlich an, die Bauarbeiten auf Autobahnen beschleunigen zu wollen. So sollten Wochenend-Bauzeiten wesentlich stärker genutzt werden. Laut ADAC gab es im vergangenen Jahr auf deutschen Straßen jeden Tag knapp 1.000 Kilometer Stau.

dapd

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